252 und 253 Arica und Iquique Wüste, Geier, Geisterstädte & Weltrekorde! Chiles wilder Norden
Willkommen in Chile – einem Land, das die meisten von uns wahrscheinlich gar nicht so richtig auf dem Schirm haben! Mein allererster Eindruck nach dem Grenzübertritt wurde vor allem von endloser Wüste und kreisenden Geiern geprägt. Doch wer genau hinschaut, stolpert hier im Norden direkt über eine ganze Reihe faszinierender Weltrekorde und historischer Skurrilitäten. Mein erster Stopp war die Küstenstadt Arica, direkt hinter der peruanischen Grenze. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet hier der berühmte Gustave Eiffel seine Spuren hinterlassen hat? Das markante Zollhaus sowie die leuchtende Catedral de San Marcos bestehen komplett aus Eisen und wurden tatsächlich vom Erbauer des Eiffelturms entworfen. Doch Arica hat noch mehr zu bieten: In einem lokalen Museum kann man die ältesten Mumien der Welt bestaunen (die Chinchorro-Mumien sind sogar älter als die ägyptischen!). Geschichtlich hat das Pflaster es ebenfalls in sich – die Stadt war einst der Schauplatz einer der blutigsten und legendärsten Schlachten des historischen Salpeterkrieges. Wildwest-Vibe im Schatten der Mega-Düne Am Folgetag ging die Reise weiter durch die staubtrockene Atacama-Wüste nach Iquique. Das absolute Wahrzeichen der Stadt ist nicht von Menschenhand erschaffen, sondern ein gigantisches Naturwunder: Hier thront die Cerro Dragón, die größte urbane Sanddüne der Welt! Der Anblick bei der Ankunft war absolut surreal, als der Bus die mächtigen Klippenberge hinab in die Stadt rollte. Iquique selbst versprüht eine total abgefahrene Mischung aus moderner Küstenmetropole und dem urigen Wildwest-Charme alter Holzvillen aus der Boom-Zeit. Die erste Erkundungstour startete in der Zofri (Duty-Free-Zone), der größten Freihandelszone ganz Südamerikas. Mein ehrliches Fazit: Schnäppchen sucht man hier eher vergebens. Bei Preisen von umgerechnet 12 Euro für ein Kilo Haribo oder satten 150 Euro für einen simplen GoPro-Selfiestick blutete meine Reisekasse schon beim Hinsehen. Spannender war da der Spaziergang vorbei an der Corbeta Esmeralda – einem detailgetreuen Nachbau des chilenischen Kriegsschiffs –, der Besuch auf dem wuseligen Fischermarkt am Hafen und das Schlendern entlang der beiden weiten Stadtstrände. Im Mietwagen zu Geisterstädten und Wüsten-Riesen Um flexibel zu sein, organisierte ich mir am nächsten Morgen einen Mietwagen. Erstes Ziel: Die legendären Geisterstädte Humberstone und Santa Laura. Die verlassenen Orte sind heute stumme, staubige Zeugen eines einst unfassbaren Reichtums, aber auch von extrem harten Arbeitsbedingungen. Während des großen Salpeter-Booms wurde hier tonnenweise Geld gescheffelt. Als der Hype schlagartig vorbei war, blieb eine riesige, gespenstische Kulisse mitten in der Wüste zurück. Man läuft vorbei an einem verlassenen Theater, der alten Schule, dem Krankenhaus, einem leeren Schwimmbad, der Markthalle und den gewaltigen rostigen Industriebauten für den Salpeterabbau. Heute gehört das Areal völlig zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein tief beeindruckendes Freilichtmuseum. Danach steuerte ich den Mietwagen tiefer in die Einöde zum El Gigante de Tarapacá, dem geheimnisvollen Wächter der Wüste. Mit einer stolzen Höhe von 119 Metern ist diese Geoglyphe die größte prähistorische, menschenähnliche Figur der Welt! Zum krönenden Abschluss des Roadtrips ging es pünktlich zum Sonnenuntergang noch einmal ganz nah an die gewaltige Stadtsanddüne heran. Backpacker-Reality-Check für Chile: Bei all diesen genialen Ausflugszielen ist mir eines extrem aufgefallen: Im krassen Vergleich zu den extremen Touristenmassen in Peru war ich hier quasi komplett allein unterwegs. Das hat zwar einen genialen Abenteuer-Faktor, macht die Reiselogistik aber auch deutlich härter. Es gibt kaum Touranbieter, kaum Infrastruktur für Individualreisende und das Ganze ist um ein Vielfaches kostenintensiver. Chile fordert das Backpacker-Budget heraus – aber die Kontraste sind es wert! Highlights im Video: Eiffel-Architektur in Arica: Kirchen und Zollhäuser komplett aus Eisen Iquique & die Riesen-Düne: Einflug in die Küstenstadt mit Wildwest-Charme Mietwagen-Roadtrip: Allein unterwegs in der extremen Atacama-Wüste Lost Places in Humberstone: Erkundungstour durch die UNESCO-Geisterstadt Der Gigant von Tarapacá: Die größte prähistorische Menschen-Figur der Erde (119m) #Weltreise #Chile #Iquique #Arica #Atacama #Humberstone #GiganteDeTarapacá #Geisterstadt #Backpacking #Roadtrip #LostPlaces #Südamerika

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