256 bis 259 Salar de Uyuni Viertagestour: Jesus-Vibe & Spiegelwelt! Das absolute Naturhighlight
Zurück von meiner viertägigen Tour muss ich direkt eine Sache klarstellen: Dieser Trip schießt ungelogen ganz, ganz weit nach oben auf meiner persönlichen Weltreise-Highlight-Liste! Trotz der bürgerkriegsähnlichen Proteste im Land hat es unsere sechsköpfige Reisegruppe geschafft, die chilenisch-bolivische Grenze zu überqueren. Was folgte, war eine Expedition über prächtige Landschaften und durch eine einzigartige Tierwelt bis zum berühmten, größten Salzsee der Erde. Nebenbei war die Tour übrigens die perfekte Vorbereitung auf die eisigen Temperaturen im patagonischen Winter. Schnallt euch an, das war ein absoluter Rausch der Sinne! Tag 1: Rote Seen, Geysire und ein heißes Bad in der Eiseskälte Am ersten Morgen starteten wir extrem früh von San Pedro de Atacama aus zur chilenisch-bolivischen Grenze, die irgendwo im absoluten Nirgendwo der rauen Bergwüste liegt. Gleich dahinter empfingen uns die surrealen Kulissen der Laguna Blanca und der Laguna Verde. Wenig später erreichten wir die Aguas Termales de Chalviri – und hier hieß es: Ab in die Badehose! Bei klirrender Eiseskälte in den angenehm heißen Thermalquellen zu sitzen, während man auf ein gigantisches Seepanorama blickt, war einfach nur episch. Nach dem Mittagessen ging die Fahrt weiter zu den Geysiren Sol de Mañana. Diese sprühten zwar keine meterhohen Fontänen, blubberten aber gemütlich vor sich hin und hüllten die Landschaft in einen intensiven Schwefelgeruch. Dann folgte mein absolutes Tageshighlight: Die Laguna Colorada. Dieser tief knallrote und strahlend weiße See ist optisch schon ein absolutes Brett. Dass dort aber auch noch Tausende wilde Flamingos leben und durch das flache Wasser stolzieren, setzte dem Ganzen die Krone auf! Völlig geflasht steuerten wir am Abend den kleinen Ort Villa Mar an, wo wir unsere erste, verdammt kalte Nacht verbrachten. Tag 2: Tornados, Kakteeninseln und die Tierwelt der Anden Der Folgetag startete im spektakulären Tal der Felsen, das mit ungewöhnlichen, vom Wind geformten Felsformationen aufwartete. Über den gigantischen Gran Cañón de Anaconda ging es schließlich tiefer hinein in die Hochebene. Unterwegs trafen wir auf eine unglaubliche Tierwelt: Massenhaft Lamas, Vikunjas, Suris (Anden-Strauße) und sogar die kleinen, flinken Chinchillas liefen uns vor die Kamera. Als ob das nicht genug Abenteuer wäre, konnten wir auf dem Weg sogar einen echten Tornado beobachten! Pünktlich zum Nachmittag erreichten wir dann endlich den weltberühmten Salzsee und steuerten die Isla Incahuasi an. Diese mitten im Salzsee liegende Insel ist überdeckt von meterhohen Riesenkakteen. Von dort oben erlebten wir einen Sonnenuntergang über dem weißen Salzsee, der uns komplett die Sprache verschlug. Tag 3: Der Jesus-Vibe auf dem Spiegel des Universums Nach einer extrem kurzen und brutalen Frostnacht klingelte der Wecker in der Dunkelheit. Das Ziel: Der Sonnenaufgang auf einem Teil des Salzsees, auf dem eine hauchdünne Wasserschicht stand. Was ich dort erlebte, lässt sich kaum in Worte fassen. Über uns erstreckte sich ein sternenklarer Himmel – der hier wegen der enormen Höhe und der nicht vorhandenen Luftverschmutzung zu den besten und klarsten der gesamten Welt gehört. Weil der flache See wie ein gigantischer Spiegel wirkte, reflektierten der Mond, die Sterne und die bunten Farben des dämmernden Himmels absolut makellos auf dem Boden. Die gefrorenen Salzkristalle im Wasser sahen aus wie Sterne, über die man hinwegschreitet. Ich kam mir vor, als würde ich mitten durch das Universum oder durch eine surreale Computerspielwelt laufen. Beim Gehen über diese endlose Wasserschicht hatte ich kurzzeitig einen echten Jesus-Vibe! Nur die eiskalten Temperaturen machten mir schmerzhaft bewusst, dass ich mich noch in der Realität befinde. Als die Sonne dann ganz oben stand, spiegelten sich die Wolken so perfekt, dass man oben und unten nicht mehr voneinander unterscheiden konnte. Absolut unwirklich! Zum verdienten Frühstück ging es an die Plaza de las Banderas in Uyuni, die für ihr riesiges Fahnenmeer bekannt ist. In einem trockenen Bereich des Sees, der von den typischen, hexagonalen Wabenmustern übersät ist, schossen wir danach noch die klassischen, verrückten Fotos mit optischer Täuschung. Zum Abschluss des Tages besuchten wir den geschichtsträchtigen Eisenbahnfriedhof, wo alte Dampflokomotiven im Wüstensand vor sich hin rosten. Den restlichen Tag verbrachten wir in der Stadt Uyuni. Obwohl die politische Lage in Bolivien extrem angespannt ist, hat es sich hier erstaunlicherweise nach absoluter Normalität angefühlt. Tag 4: Der Weg zurück nach Chile Nach einer weiteren Zwischenübernachtung im bekannten Villa Mar stand am Folgetag der letzte, lange Teil der Rückreise an, bis wir wieder im chilenischen San Pedro einschlugen. Auch wenn ich mir für Bolivien ursprünglich viel mehr vorgenommen hatte: Ich bin unendlich froh und dankbar, dieses absolute Weltwunder trotz aller Hindernisse erlebt zu haben!

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