Jürgens Lieblingsort: Memmingen am Fischertag

Streng genommen ist der Lieblingsort von Jürgen Kolb ein großes Holzfass. Und dieses Holzfass steht am Memminger Fischertag auf dem Schrannenplatz im Fokus der Aufmerksamkeit. Von diesem Fass aus trägt der Oberfischer seinen legendären Fischerspruch vor. In Versform wird darin alles Wichtige beleuchtet, das sich im vergangenen Jahr in Memmingen ereignet hat – mit viel Humor und Augenzwinkern. Seit 2003 füllt nun Jürgen Kolb dieses ehrenvolle Amt des Oberfischers aus. Lech-Reporter Martin war mit ihm am Stadtbach von Memmingen unterwegs und hat einiges über den Fischertag und den Oberfischer erfahren. Danach war ihm auch klar, weshalb für viele aus dem Umland dieses Fest ein Ausflugstipp und fester Bestandteil im Jahr ist. Seinen Ursprung hat dieses traditionelle Fest im Mittelalter. Die Memminger Ach diente für viele Handwerker in der Stadt als Be- und Entwässerungssystem. Vor allem die Gerber nutzten diesen kleinen Nebenfluss der Iller, weshalb das Bachbett regelmäßig gereinigt werden musste. Dazu hat man den Fluss abgelassen. Als Brauch hat sich dabei seit dem 16. Jahrhundert entwickelt, dass die Gesellen von jeweils wechselnden Zünften den Bach vorher leerfischen durften. Im Lauf der Jahre hat sich um diesen Termin unglaublich viel angesammelt. Jürgen Kolb ist da eine fast unerschöpfliche Quelle an Fischertags-Wissen und Anekdoten rund um diese Tradition. Man merkt schnell, wenn er erzählt, welch wahnsinnige Bedeutung dieser Fischertag für die meisten Memminger hat. Für die einen ist es die aktive Teilnahme, für die anderen das Fest danach. Zumindest steht die ganze Stadt Kopf für die Zeit des Fischertags. Und der Besuch ist ein echter Tipp für einen Ausflug – auch wenn man früh aufstehen muss. Denn es geht um 6 Uhr morgens los. Für das Jahr 2018 ist der Fischertag schon passé. Deswegen gilt: Rechtzeitig Termin vormerken für 2019. Mehr Informationen zum Memminger Fischertag gibt es hier: www.fischertagsverein.de