Ev. Auferstehungskirche Holzhausen a.H. (Dautphetal) (HE) Geläutepräsentation | Die Glöckner
Hallo, die Glöckner Community! Mit dem Beschluss, die alte Kirche, knapp unter der jetzigen, aus dem Jahr 1592 durch einen Neubau zu ersetzen, da der Platz nicht mehr ausreichte, übernahmen Kirchenvorstand und Gemeinde eine große Aufgabe. Sie wurde schließlich 1962 abgerissen. Als Bauplatz wurde der alte Friedhof gewählt, der kostenlos von der politischen Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde. Diese unterstützte das Projekt auch finanziell. Die Gemeindemitglieder beteiligten sich ebenfalls stark durch Spenden und Eigenleistungen. Die Planung übernahm Architekt Leipold aus Ortenberg. Im Herbst 1958 begannen die umfangreichen Vorarbeiten. Dabei mussten rund 5000 m³ Erdreich, teilweise aus Fels, abgetragen werden. Viele freiwillige Helfer wirkten mit, und auch durch Veranstaltungen von Vereinen wurden zusätzliche Mittel gesammelt. Nach Verzögerungen wurde am 10. Juli 1959 der Grundstein gelegt. Der Bau schritt anschließend zügig voran: Das 28 Meter lange und 14 Meter breite Kirchenschiff sowie der 24 Meter hohe Turm konnten noch vor dem Winter fertiggestellt werden. Am 28. November 1959 fand das Richtfest statt. Bereits in der alten Dorfkirche gab es eine Orgel, die erstmals 1858 erwähnt wird. Sie wurde später mehrfach überarbeitet, entsprach jedoch schließlich nicht mehr den Anforderungen. Erst 1924 wird ein Umbau der Orgel in der Kirchenchronik erwähnt, bei der eine neue Klaviatur und ein neues Register hinzukam. Die Orgel der neuen Kirche stammt aus der Werkstatt von Bosch in Kassel-Sandershausen, besitzt 1472 Pfeifen und wurde 1967 eingebaut. In der Karwoche 1961 wurden die letzten Arbeiten abgeschlossen. Am 2. April 1961 (Ostersonntag) wurde die Auferstehungskirche feierlich eingeweiht. Die Gesamtkosten betrugen etwa 360.000 DM und wurden durch Spenden, Eigenleistungen, Mittel der Gemeinde und Zuschüsse der Landeskirche finanziert. Geschichte der Glocken: Die älteste Glocke, das sogenannte „Feuerglöckchen“, stammt vermutlich aus der Zeit nach dem Bau der ersten Kapelle im Jahr 1285. Sie besitzt keine Inschrift, hat einen Durchmesser von 45 cm und eine Höhe von 50 cm. Aufgrund ihrer Gestaltung wird ihr ein sehr hohes Alter zugeschrieben. Ihr heller Klang prägte über Jahrhunderte das Dorfleben. Im Jahr 1780 erhielt die Kirche eine zweite Glocke. Sie hatte einen Durchmesser von 62 cm, wog 139 kg und war auf den Ton „dis“ gestimmt. Ihre Inschrift lautete sinngemäß, dass jeder Glockenschlag zum Lob und Dank an Gott auffordern solle. Gleichzeitig wurde eine Turmuhr eingebaut, die rund 140 Jahre lang die Zeit anzeigte. 1905 mussten beide Glocken aus Sicherheitsgründen tiefer gehängt werden. Während des Ersten Weltkriegs wurde die größere Glocke 1917 eingeschmolzen. 1921 wurde bei der Glockengießerei Rincker in Sinn eine Ersatzglocke gegossen, die die Inschrift der alten Glocke übernahm und um einen Hinweis auf ihre Entstehung ergänzt wurde. Doch auch diese Glocke wurde im Zweiten Weltkrieg eingezogen und am 26. November 1942 eingeschmolzen. In beiden Kriegen blieb jeweils nur die kleine Feuerglocke erhalten und diente allein der Gemeinde. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Gemeinde erneut mit dem Sammeln von Spenden. 1948 wurden 500 DM gesammelt, wodurch 1949 eine neue Glocke bei der Firma Rincker gegossen und in Dienst gestellt werden konnte. Mit dem Bau der neuen Auferstehungskirche wurde schließlich ein Dreiergeläut angeschafft. Am 17. März 1961 erlebte eine Abordnung der Gemeinde den Guss der neuen Glocken in Sinn. Kurz vor Ostern wurden sie feierlich in das Dorf überführt und in einem Festzug zur Kirche gebracht. Die drei Glocken tragen (von der kleinsten absteigend) die Inschriften: „Der Herr ist unser Richter“, „Der Herr ist unser Meister“ und „Der Herr ist unser König, der hilft uns“. Am Ostersonntag 1961, dem Tag der Einweihung der neuen Kirche, läuteten die Glocken der alten Kirche ein letztes Mal und begleiteten die Gemeinde symbolisch in das neue Gotteshaus. Danach verstummten sie. Das alte Feuerglöckchen erhielt einen Platz in der Vorhalle der neuen Kirche und erinnert dort an die lange Geschichte. Eine weitere Glocke wurde 1969 in die neu errichtete Friedhofskapelle gebracht und wird dort weiterhin genutzt. Videoabschnitte: 00:00 - Bilder der Kirche und Orgel 01:20 - Glocke 3 - c'' 03:32 - Glocke 2 - b' 05:04 - Glocke 1 - g' 07:09 - Vollgeläut 13:42 - Outro Erwähnungen und Dankungen: Ursprünglich wollten wir auch den Uhrschlag (Glocke 1, früher Glocke 2) aufnehmen, dieser hatte allerdings nicht ausgelöst, als wir dort oben waren. Wer sich für das Aussehen der alten Kirche interessiert, kann bei 08:07 einmal vorbeischauen – dort wird ein Bild von ihr eingeblendet. Zu guter Letzt möchten wir ganz herzlich Pfarrer Heinz danken, der uns durch die Kirche, in den Glockenturm geführt und dieses Video ermöglicht hat. Alle Inhalte dieses Kanals wurden von uns erstellt und sind urheberrechtlich geschützt. © 2026 Die Glöckner – alle Rechte vorbehalten

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