Willisau LU, Pfarrkirche St. Peter und Paul, Vollgeläute

Neuauflage, nachdem sich die sanierte Anlage gut eingependelt hat: Willisau LU Pfarrkirche St. Peter und Paul Konfession: römisch-katholisch Es ertönen alle 6 Glocken des Hauptgeläutes: B° des‘ es‘ f‘ as‘ b‘ Aufnahme vom Sonntag, 28.06.2026, 17h00, feierliches Einläuten des Patroziniums, Hochfest der hll. Petrus und Paulus (gebotener Feiertag in Willisau). Die Aufnahme ist hier in voller Länge wiedergegeben. Beim Bau der mächtigen klassizistischen Kirche hat man den romanischen Turm an der Westfront unverändert übernommen. Die Glocken konnten mächtige neue Dach nicht mehr in alle Himmelsrichtungen richtig gehört werden. Bei der Renovation 1928-1929 wurde der neue Firstturm aufgesetzt. Bei dieser Gelegenheit hat man das Geläute durch die Giesserei Rüetschi, Aarau, erneuert. Glücklicherweise wurde die historische Grundglocke von 1615 des Abraham Zehnder, Bern, übernommen. Sie bewirkt, dass das Geläute trotz der häufig gewählten Tonfolge unverwechselbar klingt. Eine weitere kleine historische Glocke wird nur noch solistisch als Taufglocke verwendet. Im Sommer/Herbst 2022 wurde die Glockenstube einer grösseren Sanierung unterzogen. Unter anderem wurden die Klöppel stark gekürzt und das Geläute neu intoniert. Diese Massnahmen haben den Klang stark verbessert. Willisau wurde 1101 erstmals urkundlich erwähnt, die Stadtgründung erfolgte 1303. Die Pfarrei ist aber wohl deutlich älter. Von der langen Geschichte zeugt der romanische Kirchturm, der aus dem Beginn des 13. Jhs. stammt. Er wurde bei allen Kirchenneubauten übernommen und erhielt 1647 ein weiteres Stockwerk und die barocke Haube. Die heutige klassizistische Kirche entstand 1804-1810. Ihr Baumeister war Josef Purtschert aus Pfaffnau, der 1809 an dieser Kirche zu Tode stürzte. Sie wurde dann von Josef Singer aus Luzern zu Ende gebaut. Die Ausstattung zog sich noch über einige Jahre hin, so dass das Gotteshaus erst am Dreifaltigkeitssonntag, 2. Juni 1822, eingeweiht werden konnte. Die erste grosse Renovation fand 1928-1929 statt. Architekt Adolf Gaudy aus Rorschach setzte dann den grossen Firstturm auf das Dach des Kirchenschiffes. Die letzte Gesamtrestauration fand 1995-1997 statt. Die Kirche mit ihren beiden verschiedenen Türmen ist noch heute das Wahrzeichen der Kleinstadt Willisau. Sie erhebt sich im historischen Städtchen. An der Westseite des mächtigen Kirchenkörpers steht der romanische Turm, durch dessen Erdgeschoss man in den Kirchenraum gelangt. Der Firstturm, eine mit Kupfer verkleidete geschickte Leichtbaukonstruktion, steht über dem östlichen Joch des Kirchenschiffes. Der Kirchenkörper wirkt blockhaft, nur der romanische Turm und der Chor treten daraus hervor. Der edle und feierlich wirkende Innenraum ist als Freipfeilerhalle gestaltet. Feine Stuckaturen der Moosbrugger-Dynastie schmücken ihn. Die 10 Deckengemälde wurden von Xaver Hecht aus Willisau gemalt. Die edlen Altäre und die Kanzel verschiedener Künstler stammen aus der Bauzeit. Die Altarbilder wurden zum Grossteil ebenfalls von Xaver Hecht geschaffen. Verschiedene schöne Schreinerarbeiten sowie barocke Plastiken und Gemälde ergänzen die Ausstattung gelungen. Die Orgel mit 48 Registern wurde 1972 von der ortsansässigen Orgelbaufirma Pürro in das klassizistische Gehäuse eingebaut. Zu dieser Kirche habe ich eine sehr besondere Beziehung, hier durfte ich 2023 die ersten eigenständig vorbereiteten Gottesdienste als Gottesdienstbeauftragter halten. Seither auch weitere Male, wovon auch einige vom vollen Geläute eröffnet wurden. 😉 Daten der Glocken: Nr. 1 Wetterglocke gegossen 1615 Giesser: Abraham Zehnder, Bern Gewicht: 3‘264 kg Schlagton: B° Nr. 2 Christusglocke gegossen 1929 Giesser: H. Rüetschi AG, Aarau Gewicht: 1‘885 kg Schlagton: des‘ Nr. 3 Heilig-Blut-Glocke gegossen 1929 Giesser: H. Rüetschi AG, Aarau Gewicht: 1‘370 kg Schlagton: es‘ Nr. 4 Friedensglocke gegossen 1929 Giesser: H. Rüetschi AG, Aarau Gewicht: 992 kg Schlagton: f‘ Nr. 5 Marienglocke gegossen 1930 Giesser: H. Rüetschi AG, Aarau Gewicht: 717 kg Schlagton: as‘ Nr. 6 Herz-Jesu-Glocke gegossen 1929 Giesser: H. Rüetschi AG, Aarau Gewicht: 425 kg Schlagton: b‘ Bilder, Tonaufnahme und Text: Robin Marti