Gottmannshofen (DLG) Geläut der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung

Bald östlich vor den Toren von Wertingen grüßt der Zwiebelturm von Gottmannshofen herüber. Die Pfarr- und Wallfahrtskirche feiert ihr Patrozinium am 2. Juli, Mariä Heimsuchung. Baulich enthält sie ältere Teile, wirkt aber innen einheitlich durch die vorzügliche Umgestaltung im Rokoko. Der Chor und Turmoberteil (der deutlich an Augsburger Vorbilder erinnert) stammen von 1673. Neunzig Jahre später erfolgte die abschließende Phase der wandfesten Ausstattung: mit meisterhaft graziösem Stuck von F.X. Feichtmayr d.Ä. und den Fresken von J.B. Enderle, die wie meist von ihm gewohnt im Detail sorgfältigst in der Zeichnung sind und zudem, vor allem im großen Langhausbild, eine herrliche Farbensymphonie entfalten. Dieses ist der Wirkung des Gnadenbilds auf Notleidende gewidmet. Dabei handelt es sich um eine Muttergottes im Zentrum des Hochaltars, die um 1480/90 geschnitzt wurde - wenig später entstand das ungefasste Relief des Marientodes im Chor. Die Altäre entstanden schon 1732/33 durch Balthasar Amann, wobei der Hochaltar durch drei Säulenpaare besonderen Prunk entfaltet. Hier läuten drei Glocken zu einer festlichen Maiandacht mit Kirchenchor am Pfingstsonntag, daher vermutlich das Vollgeläut. Leider fehlen mir außer zu einer historischen Glocke nähere Angaben. Vom Durchmesser her müsste es sich sogar um die große handeln, obwohl eigentlich alle Glocken vom Klang fast historisch sein könnten. Die Töne sind ungefähr f' - b' - c''. Die genannte Glocke wurde 1717 von Franciscus Kern (I) in Augsburg gegossen, misst 108 cm im Durchmesser und 80 cm in der Höhe. Sie stammt laut Glockenatlas aus St. Martin in Pfaffenhofen (an der Zusam). (Text, Fotos und Video: arnoldusglocke)