Blatten bei Malters LU, Wallfahrtskirche St. Jost, Vollgeläute

Blatten bei Malters LU (Gde. Malters LU) Wallfahrtskirche St. Jost Konfession: römisch-katholisch Es läuten alle 3 Glocken: ais‘ e’‘ gis‘’ Aufnahme vom Montag, 13.12.2021, 19h25, Zusammenläuten zum Gottesdienst am Patrozinium (Gedenktag des hl. Jost). Der Turm der Blattner Wallfahrtskirche trägt ein interessantes dreistimmiges Ensemble. Alle Glocken wurden im 19. Jh. gegossen. Während die beiden grösseren von den bekannten Aarauer Giessern Bär und Rüetschi stammen, ist die kleinste ein Werk des völlig unbekannten Balz Villiger aus dem nahen Kriens. Das Geläute bildet einen reizvollen Zusammenklang. Eine vierte Glocke im Dachreiter des Chores wird nicht mit den anderen Glocken zusammen geläutet. Im 14. Jh. unternahm ein Bauer aus Blatten eine Wallfahrt nach Saint-Josse-sur-Mer. Unterwegs wurde er von Räubern überfallen und gelobte, bei heiler Rückkehr in Blatten eine Kapelle zu Ehren des hl. Jost zu errichten. So kam es dann auch und die Kapelle wurde 1391 geweiht. Sie ist im Kern des heutigen Bauwerks noch immer erhalten. Zwischen 1485 und 1493 wurde sie ein erstes Mal erweitert. Der Bau des heutigen grossen Chors wurde 1511 vollendet. Da die Wallfahrt florierte, wurde die Kirche Ende des 17. Jh. bis Mitte des 18. Jhs. in mehreren Etappen barockisiert und erweitert. Auch das Beichthaus kam in dieser Zeit hinzu. So hat die Kirche ihre heutige Gestalt erhalten. Die letzte Restaurationen 1959-1961 und 2010-2011 statt. Am Rande einer weiten Ebene erhebt sich die pittoreske Wallfahrtsanlage, deren einzelne Bauteile trotz ihrer Unterschiedlichkeit ein harmonisches Ganzes bilden. An das gedrungene Schiff mit zwei kleinen Seitenkapellen fügt sich der grosse Chor an. Auf der Nordwestseite ist der Kirche die Beichtkapelle angeschlossen (leider nicht zugänglich). Neben dem Turm mit welscher Haube gibt es zwei Dachreiter. Der Innenraum ist geprägt vom Kontrast des dunklen Schiffs und des hellen, lichten Chors. In den Haupträumen ist Rokokostuck aus der Hand von Xaver Buosinger, um 1755. Die Deckengemälde stammen im Chor von Jakob Carl Stauder und im Schiff von Johann Frey, alle Mitte 18. Jh. Die Ausstattung der Kirche ist beachtlich. Der Hochaltar von 1685 stammt vom Luzerner Michael Hartmann, seine Figuren gelten als bedeutende Zeugnisse Schweizer Hochbarocks. Aus der Mitte des 18. Jhs. stammen die Seitenaltäre im Schiff. Die holzsichtige Kanzel stammt aus der Zeit um 1630. Der Zyklus des Lebens des hl. Jost stammt vom Luzerner Meister Kaspar Meglinger, um 1640. Besonderer Beachtung bedürfen auch die beiden Seitenkapellen mit hochbarockem Stuck und szenischen Altären von Hans Ulrich Räber, nach 1645. Die Orgel in spätbarockem Prospekt ist ein Werk der Firma Goll, Luzern, 1961. Herzlichen Dank der freundlichen Aushilfs-Sakristanin. Daten der Glocken: Nr. 1 gegossen 1822 Giesser: Johann Heinrich Bär, Aarau Schlagton: ais’ Nr. 2 gegossen 1825 Giesser: Jakob und Sebastian Rüetschi, Aarau Schlagton: e’’ Nr. 3 gegossen 1861 Giesser: Balz Villiger, Kriens Schlagton: gis’’ Bilder, Text und Tonaufnahme: Robin Marti