Münster-Wolbeck (D), kath. Kirche St.Nikolaus - Vollgeläute

Es erklingen die Glocken von St.Nikolaus in Münster-Wolbeck. Das älteste erhaltene Bauteil an St.Nikolaus ist der im 13.Jahrhundert entstandene spätromanische Unterbau des Turms. Um 1350 ersetzte man das damalige Kirchenschiff durch ein neues im gotischen Stil. Im 17.Jahrhundert erfolgten gravierende Umbauarbeiten am Turm. Ein Großteil des Turms wurde abgetragen und in barocker Form aus Backstein wieder errichtet. Der Kapellenanbau im östlichen Teil entstand im 18.Jahrhundert. Dieser dient heute als Gruft für die Grafen von Merveldt. Unter der größtenteils historischen Innenausstattung ist vor allem der beeindruckende Hochaltar erwähnenswert, der auf einen Entwurf des berühmten Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun zurückgeht und als Grabmonument für den 1727 verstorbenen Grafen Goswin von Merveldt dient. In den Chorseiten befinden sich noch Sandsteinepitaphe, von denen eines noch aus dem Jahr 1564 stammt. In der Glockenstube befinden sich heute vier Läuteglocken. Der historische Kernbestand besteht aus zwei Glocken von 1487 und 1498, die von Gießern der Dortmunder Werkstatt geschaffen wurden, sowie einer Glocke aus dem Jahr 1719, gegossen von Bernhard Wilhelm Stule. 1956 wurde das Ensemble um die große Christusglocke der Glockengießerei Feldmann & Marschel erweitert. Im Zuge dieser Ergänzung stimmte man die Marienglocke von 1498 um einen Halbton tiefer, wodurch diese ihren musikalischen Wert für immer verloren hat. Die beiden mittelalterlichen Glocken zeichen sich optisch durch eine zeit- und werkstatttypische Verzierung aus. Diese besteht aus relativ grob gestalteten spätgotischen Palmettenfriesen. Heiligenreliefs o. ä. hingegen sucht man vergeblich. Eine für vorübergehende Zeit im Turm hängende Glocke von 1896, gegossen in Gescher, befindet sich heute in der neu erbauten Antoniuskapelle in Wolbeck. In der Turmlaterne von St.Nikolaus hängt noch eine Uhrglocke, die im Jahre 1489 von einem unbekannten Dortmunder Gießer geschaffen wurde. Christusglocke, Schlagton d'+3, Gewicht ca. 1.400 kg, Durchmesser 1342 mm, gegossen im Jahre 1956 von der Glockengießerei Feldmann & Marschel in Münster. Marienglocke, Schlagton e'+3, Gewicht ca. 865 kg, Durchmesser 1170 mm, gegossen im Jahre 1498 von einem unbekannten Gießer. Nikolausglocke, Schlagton f'-5, Gewicht ca. 710 kg, Durchmesser 1090 mm, gegossen im Jahre 1487 von Reinolt von Dortmund und Hildebrandt von Iserlohn. Christus- & Marienglocke, Schlagton a'-1, Gewicht ca. 385 kg, Durchmesser 880 mm, gegossen im Jahre 1719 von Bernhard Wilhelm Stule. Ein herzlicher Dank geht an Pfarrer Jörg Hagemann für die Aufnahmeermöglichung sowie an Thorsten für das wunderschöne An- und Ausläuten!