Die traurige Wahrheit über das Aufwachsen ohne emotionale Geborgenheit

Die Entwicklungspsychologie hat eine der am wenigsten sichtbaren und zugleich stillsten Wunden der Kindheit erkannt: die emotionale Vernachlässigung. Anders als körperlicher Missbrauch hinterlässt sie keine sichtbaren Spuren, verändert jedoch die Architektur des Nervensystems selbst. John Bowlby war einer der Ersten, der in seinen Studien zeigte, dass ein Neugeborenes nicht nur Nahrung und körperliche Versorgung braucht, sondern auch eine konstante emotionale Präsenz, um die Bindung zu entwickeln, die als sichere Bindung bekannt ist. Wenn das nicht geschieht, bleibt das Nervensystem nach der von Stephen Porges vorgeschlagenen Polyvagal-Theorie dauerhaft aktiviert, um mit der belastenden Situation fertigzuwerden. Die Psychotherapeutin Jonice Webb systematisierte dieses Thema im Jahr 2012, indem sie den Begriff der emotionalen Vernachlässigung in der Kindheit (Childhood Emotional Neglect – CEN) prägte. Der Fachmann Bessel van der Kolk zeigte mithilfe neurobildgebender Untersuchungen strukturelle Veränderungen im Gehirn infolge von CEN auf: eine Verringerung des Broca-Areals und eine Überaktivität der Amygdala. In diesem Video analysieren wir, was die Wissenschaft über dieses Thema weiß, welche Folgen es für erwachsene Beziehungen hat und was die Neuroplastizität über die Möglichkeit der Heilung erkennen lässt. 🔍 Behandelte Konzepte: Bindungstheorie (Bowlby) • Bindungsstile (Ainsworth) • emotionale Vernachlässigung in der Kindheit • Polyvagal-Theorie • somatisches Trauma • Neuroplastizität • Daniel Siegel • Bessel van der Kolk #psychologie #emotionalevernachlässigung #bindungstheorie #kindheitstrauma #maryainsworth