Moria 2 – 36 Stunden im Flüchtlingslager Kara Tepe
Ein exklusiver Blick in das neue Flüchtlingslager auf Lesbos, Griechenland. Wie ist die Situation in Kara Tepe – schon bekannt als „Moria 2“? Was macht die Deutsche „Moria-Liste“ mit Geflüchteten und Flüchtlingshelfern? Rund 1.500 Geflüchtete aus Moria will die Bundesregierung in Deutschland aufnehmen. Doch wer darf kommen? Wir werfen nach dem Brand von Moria als erstes Kamerateam einen exklusiven Blick in das Flüchtlingslager Kara Tepe, das so genannte „Moria 2“. Unsere Reporterin Julia Held spricht mit Familien und Helfern vor Ort. Das Versprechen der Deutschen Bundesregierung Flüchtlinge aus Lesbos aufzunehmen und zu helfen, hat Spuren hinterlassen. Denn eines ist sicher, jeder möchte hier weg. Auch wenn das Flüchtlingslager am Mittelmeer auf den ersten Blick ordentlich aussieht ist klar: es könnte kaum einen schlechteren Ort geben. Kein Schatten, kein Schutz vor Kälte, Regen oder Sturm, kaum Strom und kein fließendes Wasser für die Geflüchteten. LeaveNoonebehind bekommt hier eine neue Bedeutung. Petitionen, Spenden und Hilfsangebote für die Flüchtlinge sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Menschen zurückgelassen. Auch Gholam Jafari hofft darauf Lesbos verlassen zu können. Wie die meisten hier, möchte die Familie am liebsten nach Deutschland. Die „Moria-Liste“ hat Hoffnungen geweckt. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern ist Gholam aus Afghanistan geflohen. Die Familie hat bei dem Brand im Flüchtlingslager Moria alles verloren. Von ihrem alten Leben sind nur zwei Glasmurmeln übrig und ihre Papiere. Die haben sie von den griechischen Behörden bekommen. Was darauf steht wissen sie nicht, hoffen aber, dass es bedeutet, dass sie „Moria 2“ verlassen dürfen. Eine Hoffnung die sie mit fast allen hier verbindet. Ihre Chance: die „Moria-Liste“. Astrid Castelein leitet das Flüchtlingshilfswerk auf Lesbos. Sie und ihr Team arbeiten seit Tagen an genau dieser Liste. 1553 Menschen wird Deutschland aufnehmen. 840 davon hier aus Lesbos. Die finale Entscheidung trifft eine Delegation aus Deutschland. Gerade alleinreisende Männer haben es sehr schwer, weiß Castelein. Die beste Chance aus Moria 2 rauszukommen haben Familien mit Kindern. Für Abdelnassir Nusrat und seine Familie heißt es heute Koffer packen. Seit mehr als zwei Jahren sind sie auf der Flucht – heute haben sie die Nachricht erhalten: sie haben einen Platz auf dem Schiff. Wohin die Reise wissen die Geflüchteten noch nicht. Trotzdem ist es eine Nachricht, die sie zu Tränen rührt und die sich hier auf Lesbos im Camp Kara Tepe alle wünschen. Julia Held ist ganz nah dran, 36 Stunden, an den Menschen in „Moria 2“. ---- Hier auf ZDFheute Nachrichten erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas angeht: Wir sorgen für Durchblick in der Nachrichtenwelt, erklären die Hintergründe und gehen auf gesellschaftliche Debatten ein. Diskutiert in Livestreams mit uns und bildet euch eure eigene Meinung mit den Fakten, die wir euch präsentieren. Abonniert unseren Kanal, um nichts mehr zu verpassen. Immer auf dem aktuellen Stand seid ihr auf https://www.ZDFheute.de. #Moria #LeaveNoOneBehind #auslandsjournal

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