Gottes Sichel (existential mix)

A Holzkopf Production Titel: Gottes Sichel (existential mix) Inspiriert durch "Der Ackermann von Böhmen", Johannes von Tepl, um 1400 Text: Der Wind fegt durch die Furchen. Die ewige Klinge naht – ungesehen – doch gespürt. Mensch, der du die schwarze Erde wendest, der du unter der brennenden Sonne pflügst – vernehme die Worte des Ewigen durch uns, Sein Werkzeug. Töricht, wer die Toten beweinet! Aus Staub bist du, zum Staub kehrst du zurück. Was du dein Eigen nennst – war niemals dein. Nur geliehen sind dir die Tage. Alles ist Eitelkeit! Der Wind trägt es fort. Was du fasst, zerfällt in deiner Hand. Nichts bleibt unter seiner Sonne. Wir sind nicht Gast; wir sind die Sichel Gottes – die Schnitter, gesandt zur rechten Stunde. Wir bitten nicht. Wir sehen nicht. Wir fragen nicht, nicht nach Stand, nicht nach Reichtum, Nicht nach Weisheit, nicht nach Einfalt. Der König fällt wie der Knecht, der Gebundene wie der Freie. Unser Geschick trifft alle unbesehen. Das Gras verdorrt, die Haut verwelkt, das Blut verrinnt, das Glas zerspringt – alles fällt uns anheim. Sieh, wie sie in der Erde wühlen, Vergängliche Schätze häufen, Wie sie hohe Mauern bauen, als stünden sie ewiglich. Als wärest du der Erste Beweinest du dein Los. Alles ist Eitelkeit! Was du liebst, vergeht. Was du hältst, schwindet. Was zu lange steht, verfault. Zeit zu säen – und Zeit zu ERNTEN. Könige fielen vor uns. Keiner blieb bestehen. Und nun stehst du hier – wie sie einst sich wehrten. Richte über dein Werk, Richte nicht über uns – uns, die wir dich zu deinem Ende führen, Nun lass ab von deiner Klage. Sie hat keinen Ort. Die Lebenden dem Leben, die Toten dem Tod. So lebe – und löse dich. Und du wirst Einsicht finden. Komm… Lass uns gemeinsam hintreten - vor den Ewigen, den Großen, den Starken.