Melk - Kollapriel. Marmorsteinbruch. Lizardit, Calcit, Grossular

Diesen Steinbruch, welcher am nördlichen Abhang des Hiesberges bei Melk gelegen ist, rechterhand ein wenig abseits neben der nach St. Leonhard am Forst führenden Straße, habe ich erst vor kurzen von der Westautobahn aus "entdeckt". Es handelt sich um einen uralten, schon vor hundert Jahren eingestellten und völlig verwachsenen Abbau, der erst kürzlich (2026) für die Gewinnung von Wegbaumaterial aktiviert wurde. Schön zu sehen die Wechsellagerung von hellen steilgeschichteten Marmor und braunen Schiefergneis des Moldaunublikums. Im linken Abbauteil verläuft im Marmor eine Kluft mit großen spätigen Calcitkristallaggregaten, zum Teil mit einer grünen chloritischen Substanz verkittet. Bemerkenswert ist das Auftreten von knallgelben, schwefelfarbigen Lizardit (ein Mineral der Serpentingruppe) - das schönste Stück habe ich mitten am Zufahrtsweg gefunden, aber auch unter der Calcitkluft lag ein Block mit diesem Mineral herum. Weiters konnte ich an einer Stelle, wo offensichtlich schon ein anderer Mineraliensammler ein paar kleinere Stücke liegengelassen hat, die Granatvarietät Grossular in Mikrokristallen feststellen. Am Zufahrtsweg unterhalb vom Steinbruch fällt an einer bergseitigen Stelle merkwürdig rötlich gefärbte Erde auf, in welcher auch ein paar Jaspisbrocken stecken, wie man sie sonst an einigen Stellen im Waldviertel und Dunkelsteinerwald über Serpentin findet.