Spangenberg - Die Glocken der ev.-luth. Kirche St. Johannes - Einzel- & Vollgeläut

Im Zentrum der Kleinstadt Spangenberg steht die St. Johanniskirche. Zunächst wurden in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Mittelschiff und die drei unteren Geschosse des Turmes erbaut. Es folgten diverse Anbauten, welche 1421 mit dem Anbau zwischen nörlichem Seitenschiff und Turm abgeschlossen waren. Die neogotische Innenausstattung ergibt mit der schlichten Ausmalung der Kirche ein sehr stimmiges Gesamtbild. Über die Glocken der Kirche ist leider nur wenig bekannt. Fest steht jedoch, dass die Kreuzglocke aus der Erbauungszeit der Kirche erhalten ist. Sie wurde von einem unbekannten Gießer im Jahr 1386 gegossen. Auf sie folgte dann die 1520 die Marienglocke, welche von Hans Kortrog gegossen wurde. Keine 100 Jahre später folgte dann die große Glocke, welche von Melchior Möringk gegossen wurde. Der in Erfurt ansässige Gießer goss diverse Glocken, wie zum Beispiel die ca. 4,5 Tonnen schwere h° für die Liebfrauenkirche in Arnstadt. Um die Lücke zwischen den beiden großen Glocken zu schließen, goss die Glockengießerei Rincker 1950 die f'. Diese dürfte eine der ersten Glocken sein, bei der Rincker mit der neuen, jetzigen Rippe experimentiert hat. Im Gegensatz zu den älteren Glocken ist die Form hier bereits verändert, aber noch nicht vollendet, wie es bei den Glocken in den Jahren bis 1957 der Fall war, wo Rincker dann mit Vollendung der Rippe auch die Krone auf das heutige Design änderte. Insgesamt tönt aus dem Turm sein sehr hübsches Geläut, welches durch die sehr unterschiedlichen Klangcharakter der einzelnen Glocken eine spannende Mischung ergibt, welche sich jedoch gut zu einer Einheit mischen. Glockendaten: Glocke 1: Große Glocke Ton: d'-2 Durchmesser: 1.435 mm Gießer: Melchior Möringk / Erfurt Gussjahr: 1616 Glocke 2: Friedensglocke f'+3 1.225 mm Rincker / Sinn 1950 Glocke 3: Kreuzglocke g'+8 1.030 mm Unbezeichnet 1386 Glocke 4: Maria a''+7 550 mm Hans Kortrog 1520 Motiv: Eigenständig Quellen: Wikipedia, A. Philipp Vielen Dank an die Gemeinde für die Ermöglichung der Aufnahme, sowie an Herrn Philippp für das Organisieren der Tour und an Jonas und Hendrik fürs Mitkommen. Aufnahmedatum: 27.10.2022 (Sondergeläut)