Wagner, Freud und die Oper als Versuchslabor
Buchpräsentation Ein Fiebertraum über La Spezia: Wagner, Freud und das Vorspiel zur Psychoanalyse, 13.11.2025 War Sigmund Freud tatsächlich so desinteressiert an der Oper, wie er das selbst immer darstellte? Oder war seine Kenntnis im Gegenteil nicht äußerst profund? Und war nicht Richard Wagner gerade in den frühen Jahren der Psychoanalyse eine zentrale Bezugsgröße für Freud? In seinem neuen Buch Ein Fiebertraum über La Spezia: Wagner, Freud und das Vorspiel zur Psychoanalyse spürt der Journalist und Literaturwissenschaftler Gerald Heidegger den gemeinsamen Wurzeln im Werk von Wagner und Freud nach. Nirgendwo, so meint der Autor, würde vor Freud mehr geträumt und mit den Träumen gearbeitet als bei Wagner. Daniela Finzi (Sigmund Freud Museum) diskutiert mit dem Historiker Oliver Rathkolb und dem Buchautor über die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts und warum die Oper der Ort sein könnte, die Umbrüche in der Gesellschaft und Psyche des Menschen zu ergründen. Gerald Heidegger, Leiter des Ressorts Zeitgeschehen im ORF, verantwortete zuletzt die Dokumentation „Die Staatsoper – Weltbühne für Österreich“. Er studierte in Wien, Dijon und Würzburg Vergleichende Literaturwissenschaft, Anglistik und Germanistik. Über zwanzig Jahre leitete er ORF.at und zuletzt die Plattform ORF Topos. Bekannt ist Heidegger ebenfalls durch seine Kulturkritiken, speziell auch zur Oper. 2024 wurde sein Buch Österreicher bist du erst in Jesolo: Eine Identitätssuche breit diskutiert. Oliver Rathkolb, war von 2008 bis 2024 Professor für Zeitgeschichte an der Universität Wien und ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Hauses der Europäischen Geschichte in Brüssel und Leiter des Wiener Instituts für Kultur- und Zeitgeschichte (VICCA). Unter seinen vielen bedeutsamen Publikationen sind Führertreu und Gottbegnadet. Künstlereliten im Dritten Reich (Wien, 1991); Washington ruft Wien. US-Großmachtpolitik gegenüber Österreich 1953–1963 (Wien, 1997); Carl Orff und der Nationalsozialismus (Mainz, 2021); Schirach. Eine Generation zwischen Goethe und Hitler (Wien, 2025) sowie Die paradoxe Republik (aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, Wien, 2025).

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