Sie nannten es einen Ausreißer — Bis 12 Feuerwehreinsätze in einer Stunde das Gegenteil zeigten

17. Januar 1957. 05:47 Uhr. Dortmund. Minus 22 Grad. Heinrich Brandt, Leiter der regionalen Gasverteilung der Ruhrgas AG, sieht auf dem Druckmonitor: 28 Millibar. Und sinkend. Das Netz war für minus 10 Grad gebaut. Diese Nacht war 12 Grad kälter. Um 06:12 Uhr werden vier Stadtteile abgeschaltet. Die Pressemitteilung geht um 06:47 Uhr heraus — 35 Minuten später. In dieser Zeit verzeichnet die Feuerwehr Dortmund zwölf Einsätze wegen ausströmenden Gases. Alle im Osten der Stadt. Was das Protokoll vorgesehen hatte. Was es nicht geregelt hatte. Und warum der Winter 1956/57 im Planungsarchiv als „Extremereignis, nicht als Bemessungsgrundlage" steht. ───────────────────────────── QUELLEN ───────────────────────────── Historisches Konzernarchiv RWE Essen, Ruhrgas AG Betriebsberichte 1956/57, Stadtwerke Dortmund Notfallprotokoll 1957, Dortmunder Stadtrat Protokolle März 1957. #Ruhrgas #Dortmund #Winter1957 #DeutscheGeschichte #Gasversorgung