Digitaler Euro: Wie schlimm wird es? (Programmierbares Geld und Fürstengeld) | Prof. Rieck
Die EZB-Präsidentin verrät in einer Talkshow, dass es mit dem digitalen Euro schneller weitergeht als von Vielen erwartet. Was ist von dem digitalen Geld zu halten? Drei Eigenschaften sind angekündigt: 1. Emission über die Geschäftsbanken, 2. keine Anonymität, 3. Programmierbarkeit ist unbekannt. Einschätzung: 1 ist gut, 2 ist schlecht, 3 wäre eine Katastrophe. Das erwähnte Buch Fürstengeld, Fiatgeld, Bitcoin – Wie Geld entsteht, einen Wert bekommt und wieder untergeht: https://www.amazon.de/exec/obidos/ASI... https://www.thalia.de/shop/home/artik... https://www.westarp-bs.de/978-3-92404... Die 36 Strategeme: Print: https://www.amazon.de/exec/obidos/ASI... Als Hörbuch: https://payhip.com/b/4nBZl ►WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK: 1. Wesen und Ziel des digitalen Euro Der digitale Euro ist kein bloßes "Online-Bargeld", sondern eine neue Geldkategorie: gesetzliches Zahlungsmittel, emittiert von der EZB, aber in digitaler Form. Sein primäres Ziel ist angeblich die Bewahrung geldpolitischer Souveränität im Zeitalter privater Stablecoins (z.B. Libra/Diem) und digitaler Bezahlsysteme. Anders als Kryptowährungen bleibt er jedoch zentral gesteuert – ein Spannungsfeld zwischen Innovation und Kontrolle. 2. Umsetzung: Zeitplan und Pilotphase Die EZB plant keine überstürzte Einführung. Die seit 2023 laufende Vorbereitungsphase mündet 2025 in eine Pilotphase, die erste Praxistests ermöglicht. Entscheidend ist: Dies ist kein Rollout, sondern ein Experiment. Die endgültige Entscheidung obliegt dem EU-Parlament, doch ein Scheitern ist unwahrscheinlich – zu groß ist der politische Druck, im globalen CBDC-Wettlauf nicht abgehängt zu werden. 3. Kernkonflikte: Design-Entscheidungen mit Systemrelevanz a) Die Rolle der Geschäftsbanken Der digitale Euro soll über Banken verteilt werden – eine bewusste Entscheidung, um das zweistufige Geldsystem (Zentralbank + Geschäftsbanken) zu erhalten. Dies ist geldtheoretisch essenziell: Banken wirken als Filter, die Geldschöpfung an wirtschaftliche Leistung koppeln (Kreditvergabe gegen Sicherheiten). Eine Direktemission an Bürger würde dieses System untergraben und könnte – im Extremfall – zu staatsgesteuerter Geldpolitik ("Fürstengeld") führen. b) Anonymität: Der blinde Fleck des Projekts Die geplante Abschaffung anonymer Zahlungen ist ein Paradigmenbruch. Zwar argumentieren Befürworter mit Geldwäscheprävention, doch die Konsequenzen reichen weiter: Privatsphäre: Bargeldlose Zahlungen hinterlassen lückenlose digitale Spuren – ein Einfallstor für Überwachung. Freiheit: Historisch war anonymes Geld stets Voraussetzung für wirtschaftliche und politische Autonomie (Beispiel: mittelalterliche Freistädte). Ein digitaler Euro ohne Anonymitätsoption wäre ein Instrument der Transparenz – auf Kosten bürgerlicher Freiheiten. c) Programmierbarkeit: Die unterschätzte Gefahr Hier herrscht begriffliche Verwirrung. Programmierbare Zahlungen (Smart Contracts) sind technisch sinnvoll – etwa für automatische Mietzahlungen. Programmierbares Geld hingegen ist ein systemisches Risiko: Zweckbindung: Staat könnte festlegen, wofür Geld ausgegeben wird (z.B. nur "gesunde" Lebensmittel). Verfallsdaten: Corona-Hilfen, die nach 6 Monaten verfallen, wären eine moderne Form des Münzverrufs. Geofencing: Geld, das nur regional ausgegeben werden darf, untergräbt den Binnenmarkt. Solche Mechanismen transformieren Geld von einem neutralen Tauschmittel in ein politisches Steuerungstool. 4. Bargeld: Warum sein Erhalt existenziell ist Die Diskussion um den digitalen Euro darf nicht zur Bargeldabschaffung führen. Drei Argumente sind zentral: Privatsphäre: Nur Bargeld ermöglicht diskrete Transaktionen. Resilienz: Bei Cyberangriffen oder Stromausfällen bleibt es funktionsfähig. Souveränität: Bürger behalten die Kontrolle über ihr Geld – ohne technische oder politische Barrieren. ►WEITERES VON CHRISTIAN RIECK: ○YouTube: https://www.youtube.com/c/ProfRieck?s... ○Instagram: / profrieck ○Twitter: / profrieck ○LinkedIn: / profrieck #profrieck #digital #euro Haftungsausschluss: Dies ist ein Bildungskanal, kein Finanz-, Recht- oder Medizinkanal. Der Inhalt meiner Videos bzw. Podcasts dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ist kein finanzieller, juristischer oder medizinischer Rat oder gar eine persönliche Empfehlung. Informieren Sie sich bitte immer aus mehreren unabhängigen Quellen und suchen Sie professionellen Rat für Ihre Entscheidungen, insbesondere im Bereich der Investments oder der Medizin. Die geäußerten Meinungen stellen keinerlei Aufforderung zum Handeln dar. Sie ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten aller Art, also insbesondere Wertpapieren oder Sachwerten.

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