Morizkirche in Coburg - hier predigte einst Martin Luther von der Kanzel.

Die Morizkirche gilt als die älteste Kirche von Coburg. Der Bau geht zurück auf eine romanische Basilika aus dem 13. Jh.. Ältester, noch erhaltener Teil, ist der gotische Langchor. 1420 begann man mit der Erneuerung der westlichen Hälfte mit den beiden Türmen, der Michaelskapelle und dem Eingangsportal. Im Gegensatz zum Nordturm, der 1586 eine Türmerstube und eine welsche Haube erhielt, blieb der Südturm unvollendet. 1520 schließlich ging man daran, das bestehende Langhaus durch eine dreischiffige Halle zu ersetzen. Nach dem Willen von Herzog Johann Casimir wurde der Chor Ende des 16. Jh.s zur herzoglichen Grablege umgewidmet. Dabei wurde der Hochaltar ersetzt durch ein Epitaph für Johann Friedrich den Mittleren, den Vater von Casimir. Er war 1595 nach langjähriger Gefangenschaft auf Schloss Steyr in Oberösterreich gestorben. Sein Leichnam sollte in Coburg bestattet werden. 1524 wurde in der Morizkirche erstmals ein evangelischer Gottesdienst abgehalten. Im Jahr 1530 wohnte Martin Luther, der unter Reichsacht stand und deshalb das Herzogtum nicht verlassen konnte, für ein halbes Jahr auf der Veste Coburg. In der Osterwoche predigte er sieben Mal in St. Moriz. Unter Herzog Franz Josias wurde die Kirche 1740 barockisiert. Dabei wurden zahlreiche gotische Ausstattungsgegenstände entfernt, u.a. die Kanzel, von der Luther gepredigt hatte. Um den Kirchenraum heller zu gestalten, ließ man das Maßwerk aus den Fenstern herausbrechen. Zudem wurde eine zweigeschossige Empore eingezogen. Nach ihrer letzten Renovierung konnte die Kirche in der Osternacht des Jahres 2016 feierlich eingeweiht werden.