Bad Wildungen (D), Die Glocken der kath. Kirche St. Liborius, Geläutepräsentation (Turmaufnahme)

In diesem Video wird das Geläut der katholischen Kirche St. Liborius in Bad Wildungen präsentiert. Töne: dis' fis' gis' Ablauf: 1. 0:00-7:00 Impressionen der Kirche 2. 7:00-9:08 Glocke 3 (gis') 3. 9:08-13:45 Glocke 2 (fis') 4. 13:45-20:57 Glocke 1 (dis') 5. 20:57-22:43 Vollgeläut (dis' fis' gis') 6. 22:43-23:23 Impressionen der Glockenweihe (mit Vollgeläut) 7. 23:23-26:55 Vollgeläut (dis' fis' gis') Bad Wildungen ist mit rund 17.300 Einwohnern eine Kurstadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen, Deutschland. Im Kurviertel befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Liborius. An der Stelle des heutigen Kirchenbaus wurde 1889 bis 1891 die erste Liboriuskirche erbaut. Dieser neugotische Bau wurde 1937 erweitert und mit einem Glockenturm ausgestattet. Im Jahr 1975 wurde der alte Kirchenbau abgerissen, da er nicht mehr den Ansprüchen der Gemeinde entsprach. An gleicher Stelle errichtete man die heutige Kirche St. Liborius mit Gemeindezentrum. Die erste Messe in der heutigen Kirche wurde am 10.11.1976 gefeiert. Zur Ausstattung der Kirche gehört neben dem Altar der Tabernakel, der Taufstein, verschiedene Skulpturen und die Orgel. Im modernen freistehenden Betonglockenturm der Kirche befindet sich heute ein dreistimmiges Bronzegeläut im Tedeum-Motiv. Alle drei Glocken wurden 1937 von der Firma H. Humpert in Brilon gegossen. Damit stellt das Geläut eines der ganz wenigen komplet erhaltenen Geläute dieser Zeit da! Bereits in der ersten Liboriuskirche, welche allerdings nur einen Dachrreiter besaß, soll es Glocken gegeben haben. Im Zuge der Erweiterungsarbeiten und des Errichtens des Glockenturms im Jahr 1937 entschloss man sich, ein neues größeres Geläut zu beschaffen. Im Archiv befinden sich heute noch einige Unterlagen und Bilder über die Anschaffung der Glocken im Jahr 1937 sowie die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg. Diese geben unter anderem über die verschiedenen Kaufangebote aufschluß. Zur Auswahl standen Geläute in den Tönen fis' gis' ais', fis' a' h' cis", f' as' b' und dis' fis' gis'. Die Gemeinde entschloss sich letztendlich für das größte Geläut in den Tönen dis' fis' gis' bzw. es' ges' as', welches schließlich 1937 von Heinrich Humpert in Brilon in Briloner Sonderbronze gegossen wurde. Die Kosten für die drei Glocken beliefen sich auf 5.560 Reichsmark. Bilder der Glockenweihe 1937 sind im Video ab Minute 23.23 zu sehen. Das neue Geläut konnte allerdings nicht lange erklingen. Bereits 1942 mussten die beiden größeren Glocken für Rüstungszwecken abgeliefert werden, da die Glocken in die A-Klasse eingeordnet waren. Nur die Kleinste der drei Glocken durfte als Läuteglocke im Turm verbleiben. Dadurch, dass die Glocken allerdings in Briloner Sonderbronze, eine Sondermessinglegierung aus 80% Kupfer, 15% Zinn und 5% Siclicium gegossen waren, konnten die Glocken nicht zerstört und somit nicht eingeschmolzen werden. Der Sondermessinglegierung ist es also zu verdanken, das alle Zertrümmerungsversuche fehlschlugen und somit die beiden Glocken nicht eingeschmolzen werden konnten. Die Spuren dieser Zerstörungsversuche sind noch heute, genau so wie die mit roter Farbe aufgemalte Angabe über die Herkunft der Glocken, deutlich zu sehen (z.Bsp. ab Minute 14.45 oder 17.40). Die beiden Glocken kehrten schließlich vom Glockenfriedhof aus Hamburg zurück. Als im Jahr 1976 bis 1978 die neue heutige Kirche und der heutige Glockenturm errichtet wurden, erhielten die drei Glocken ihren heutigen Platz. Die Glocken hängen in einem Stahglockenstuhl an Stahljochen. Auf der großen Glocke erfolgen zu den Angelus Zeiten jeweils drei mal drei Angelusschläge. Daten der Glocken: Ton, Gussjahr, Gießer, Gewicht, Durchmesser Gl.1 dis'-3 1937 Fa. Heinrich Humpert (Brilon) 1355kg 1282mm ____________________________________________ Gl.2 fis'+4 1937 Fa. Heinrich Humpert (Brilon) 753kg 1103mm ____________________________________________ Gl.3 gis'-1 1937 Fa. Heinrich Humpert (Brilon) 535kg 983mm ____________________________________________ Die Inschriften befinden sich aus Platzgründen in einem Anhang in den Kommentaren! Vielen Dank an alle Beteiligten für die Ermöglichung der Aufnahmen! Ich bitte für kleinere Mängel im Video für Entschuldigung! Quellen: eigene Fotos und Aufnahmen, kath. Kirchengemeinde St. Liborius Bad Wildungen (Archiv), Glockengutachten T. Halekotte, Wikipedia Aufnahme: 06. Oktober 2025 zu einem Sonderläuten