Die Rekonstruktion des Grauens. Das Hexengefängnis des Bamberger Fürstbischofs Johann Georg II.

Wie wäre es, wenn man - so wie mit einer Zeitmaschine - ins Jahr 1628 springen könnte, und man sich dann das Malefizhaus im Original ansehen könnte? Gut - diese Technik wird es wahrscheinlich noch lange nicht geben - aber zumindest eine optische Illusion erreichen wir durch die massstabsgetreue Rekonstruktion des Kupferstiches von Peter Ysselburg aus dem Jahr 1628 mit Hilfe eines 3D-Programms. Am Dom zu Bamberg ist die sogenannte "Bamberger Elle" in Form von zwei gußeisernen Markierungen in den Stein gemauert: das war der amtliche Massstab, der im Hochstift gültig war. Dadurch konnten wir den digitalen Nachbau unserer Meinung nach auf den Zentimeter genau realisieren. Die Kamerafahrt haben wir mit einer simulierten Steadycam aufgenommen, denn wer das erste Mal in dieses Hexengefängnis verschleppt wurde, dem zitierten garantiert die Knie vor Angst. Die Beleuchtung errechnet die Software aus den vorhandenen Zellenfenstern und dem Kerzenlicht - es war also wahrscheinlich fast immer stockdunkel im inneren, es hat gestunken und es galt allgemein als abscheulich und unrein. Nach dem Tode des geflüchteten Fürstbischofs Johann Georg II in Oberösterreich im Februar 1633 dauerte es immerhin noch zwei Jahre, bis der schlimmste Albtraum in der Geschichte des Welterbes von Bamberg sein Ende fand: Das Malefizhaus wurde dem Erdboden gleich gemacht - die Steine als Baumaterial für das Kapuzinerkloster benutzt und noch Jahrhunderte später war die verruchte Gegend als "die Drudengärten" verschrieen und niemand wollte an dieser Stelle sein Haus bauen. Das E-book finden Sie nur hier: www.hexenbrenner-museum.com