HALBERSTADT (D-HBS) Glocken des Domes zu den Hll. Stephanus und Sixtus
Es läuten die Glocken des Halberstädter Domes. Die Aufnahme entstand spontan im Rahmen einer Geläutevorführung für die Tagung der Gesellschaft der Orgelfreunde durch den Glockensachverständigen der EKMD Christoph Schulz, der vor dem Beginn des Geläutes feststellte: „…und wenn 'se alle zusammen läuten, gibt das 'ne Kakophonie!“ Wie auch immer man zu diesem Geläute steht, ist es eindeutig, dass es zu den bedeutendsten historischen Ensembles im deutschsprachigen Raum zählt. Mit neun (spät-)mittelalterlichen Glocken, ergänzt durch zwei moderne Glocken der Gießerei Lauchhammer ist die Bezeichnung „Glockenschatz“ durchaus angebracht. Im Nordturm hängen die Glocken 2 bis 5, im Südturm die stillgelegte große Glocke und im Mittelbau die kleinen Glocken mit ihren teils sehr eigentümlichen Namen. Eine Glocke mit dem Namen „Stinkstank“ gilt als verschollen. Die große Glocke „Domina“ od. „Dunna“ wurde 1999 vor großem Publikum auf dem Domplatz gegossen, jedoch verflüchtigte sich durch zu heiße Glockenspeise Zinn und auch die Form wurde beschädigt. Der Schlagton fiel deutlich zu hoch aus (geplant war ges°), der Nachhall war mit nur ca. 100 Sekunden wesentlich zu kurz. Ein Riss besiegelte im Jahr 2018 ihr Schicksal - seitdem ist sie gänzlich stillgelegt. Wegen Unstimmigkeiten zwischen der Domgemeinde und der Stadt Halberstadt kam es bis dato zu keinem Neuguss, obwohl dieser von beiden Seiten gewünscht wäre. Der Dom zählt zu den bedeutendsten gotischen Kirchen Deutschlands und ist einer der wenigen Großbauten, die das nordfranzösische Kathedralschema nahezu vollständig übernehmen. Seine Wurzeln reichen ins 9. Jahrhundert zurück, als Halberstadt Bischofssitz wurde. Nach karolingischen und ottonischen Vorgängerbauten begann im 13. Jahrhundert der Bau der heutigen gotischen Kathedrale – bewusst als Konkurrenz zum Magdeburger Dom und ungewöhnlicherweise mit dem Westbau, um den alten Dom weiter nutzen zu können. Über rund 250 Jahre entstanden Langhaus, Chor und Querhaus; 1491 wurde der Dom vollendet. Charakteristisch sind das offene Strebewerk, der vereinfachte Wandaufriss ohne echtes Triforium und das 27 Meter hohe Mittelschiff. Der Innenraum bewahrt eine außergewöhnlich geschlossene mittelalterliche Ausstattung, darunter der spätgotische Lettner mit der monumentalen Triumphkreuzgruppe aus dem frühen 13. Jahrhundert, der romanische Taufstein von 1195 sowie bedeutende Glasmalereien, Skulpturen und Altäre. Nach schweren Zerstörungen 1945 wurde der Dom aufwendig gesichert und restauriert; 2010 konnte der Dachreiter über der Vierung rekonstruiert werden. Heute ist der Dom eines der wichtigsten Zeugnisse gotischer Architektur in Deutschland. (Glocke 1:) Name: Domina/Dunna Schlagton: g°+6 (HT-1/16) Gewicht: 8320 kg Durchmesser: 225.5 cm Gießer: Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer, vorort Gussjahr: 1999 Glocke 2: (1:53) Name: Osanna Schlagton: b°-1 Gewicht: 4820 kg Durchmesser: 198.5 cm Gießer: Johannes Floris, verm. Halberstadt Gussjahr: 1454 Glocke 3: (0:49) Name: Micha/Betglocke Schlagton: d’-7 Gewicht: 2228 kg Durchmesser: 152.3 cm Gießer: Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer, Lauchhammer Gussjahr: 1997 Glocke 4: (0:23) Name: Laurentius Schlagton: fes’-4 Gewicht: 1080 kg Durchmesser: 124.5 cm Gießer: Hinrik van Kampen, verm. Halberstadt Gussjahr: 1514 Glocke 5: (0:00) Name: Maria Magdalena Schlagton: ges’-9 Gewicht: 790 kg Durchmesser: 107 cm Gießer: Hinrik van Kampen, verm. Halberstadt Gussjahr: 1514 Glocke 6: (4:23) Name: Bratwurst Schlagton: c“-2 Gewicht: 199 kg Durchmesser: 73.7 cm Gießer: unbekannt Gussjahr: 13. Jahrhundert Glocke 7: (4:42) Name: Sauerkohl Schlagton: des“-7.5 Gewicht: 291 kg Durchmesser: 79.2 cm Gießer: unbekannt Gussjahr: 13. Jahrhundert Glocke 8: (3:36) Name: Stimpimp Schlagton: ges“-6 Gewicht: 229 kg Durchmesser: 69.6 cm Gießer: unbekannt Gussjahr: 13. Jahrhundert Glocke 9: (3:54) Name: Langhals Schlagton: ges“+7 Gewicht: 228 kg Durchmesser: 64.6 cm Gießer: unbekannt Gussjahr: um 1200 Glocke 10: (3:13) Name: Lämmchen Schlagton: d3 Gewicht: 45 kg Durchmesser: 388 mm Gießer: unbekannt Gussjahr: um 1200 (Glocke 11:) Name: Adämchen Schlagton: es3 Gewicht: 56 kg Durchmesser: 40.2 cm Gießer: unbekannt Gussjahr: um 1300 Glocke XII: (10:32) Name: Stundenschlagglocke Schlagton: as’-7 Gewicht: 850 kg Durchmesser: 125.4 cm Gießer: Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation, Bochum Gussjahr: 1908 Glocke XIII: (10:21) Name: Viertelstundenschlagglocke Schlagton: b’-9 Gewicht: 460 kg Durchmesser: 101.5 cm Gießer: Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation, Bochum Gussjahr: 1908 Ablauf: 0:00 Glocke 5 0:23 Glocke 4 0:49 Glocke 3 1:53 Glocke 2 3:13 Glocke 10 3:36 Glocke 8 3:54 Glocke 9 4:23 Glocke 6 4:42 Glocke 7 5:00 Teilgeläute 3-5 6:18 Teilgeläute 2-5 7:13 dzt. Plenum 9:36 Teilgeläute 2-5 10:21 Viertelstundenschlagglocke 10:32 Stundenschlagglocke 10:53 Ausläuten Ich bedanke mich bei allen Beteiligten! ___________ Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Dom_zu_...

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