Dresden-Schönborn (DD) Glocken der Elf-Gebote-Kirche
Es läuten die beiden #Glocken der Ev.-Luth. Dorfkirche ("Elf-Gebote-Kirche") im Dresdener Stadtteil Schönborn. Das kleine Dorf am Rande der Stadt, das seit 1999 Teil der sächsischen Landeshauptstadt ist, hat sich bis heute seinen eigenen dörflichen Charakter bewahrt. Zu diesem gehört auch seit jeher das Gotteshaus mitten im Ort. Die erste Kapelle gab es an dieser Stelle bereits um 1250. Als Kirche wird sie erstmals 1555 als Filiale von Radeberg erwähnt. Ihre heutige Gestalt erhielt die Schönborner Dorfkirche, als sie nach einem Brand 1653-1964 wieder aufgebaut wurde. Nur der romanische Chor, der auch heute noch so erhalten ist, wurde vom Feuer verschont. Der Innenraum ist schlicht gehalten. Der Altar von 1664 wurde 1893 neu gestaltet und war eine Stiftung der Gutsherren zu Seifersdorf. Besonders ist die Bemalung der Empore. Sie zeigt die 10. Gebote bildlich dargestellt. Neben den zehn Tafeln ist auch ein "11. Gebot" abgebildet. Auf diesem Feld steht: "Ein neu Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebet." Daher trägt das Gotteshaus auch den Namen "Elf-Gebote-Kirche". Das Geläut befindet sich im kleinen trutzigen Dachreiter, der von einer Welschen Haube gekrönt wird. Bis 1917 befand sich zwei Glocken von Andreas Herold (1652) und Michael Weinhold (1701) in den Tönen fis´ und ais´ im Turm. Beide überlebten die Einschmelzungen nicht. Nach dem Krieg erhielt die Gemeinde 1925 ein dreistimmiges Geläut in den Tönen e´-gis´-h´ von der Gießerei Bruno Pietzel aus Dresden. Mir ist unklar, inwiefern dies im doch recht beengten Dachreiter Platz gefunden haben soll. Auch im 2. Weltkrieg blieb die Schönborner Kirche von Glockenablieferungen nicht verschont. Die beiden großen Glocken fielen der Rüstungsindustrie zum Opfer. So erklang über 45 Jahre nur eine Glocke über dem Dorf. Erst 1990 konnte in Karlsruhe eine neue, kleinere Glocke im Ton d´´ dazu gegossen werden. -- h´-d´´ Glocke 1 Betglocke Ton: h´ Gewicht: 250 kg Durchmesser: 78 cm Gießerei: Bruno Pietzel, Dresden Gussjahr: 1925 Inschrift: DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN Glocke 2 Taufglocke Ton: d´´-4 Gewicht: 190 kg Durchmesser: 65 cm Gießerei: Carl Metz, Karlsruhe Gussjahr: 1990 Inschrift: O LAND, LAND, LAND, HÖRE DES HERRN WORT. ----------- Herzlichen Dank an Pfr. Jan Schober vom Kirchspiel Radeberger Land für die Ermöglichung der Aufnahme.

SIMULATION: Das alte Geläut der Dresdener Frauenkirche von 1925

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