Paderborn, Hoher Dom St. Maria, Liborius und Kilian - Großes Teilgeläut auf fis°
Mal etwas Neues von des Verfassers liebstem Geläut! Am 24. März diesen Jahres fand am Paderborner Dom eine erneute Turmabnahmeprüfung der Glocken nach keineswegs unbedeutenden Restarbeiten am sanierten Geläut statt. Grund war der nötige Austausch der Klöppel samt Aufhängung in den Glocken fis°, a° und h°. Die 1951 eingebauten Aufhängungen hatten zu viel Spiel und erschwerten, neben anderen Gegebenheiten, einen gleichmäßigen Klöppelanschlag. Zu den Arbeiten und Gründen hat das Erzbistum Paderborn in seinem Netzauftritt zwei kurze Berichte veröffentlicht und im Youtube-Kanal auch einen Filmbeitrag dazu präsentiert. Zu sehen ist vor allem der Einbau des Klöppels der Johannesglocke h°. Zu finden sind die Beiträge hier: https://www.erzbistum-paderborn.de/ne... https://www.erzbistum-paderborn.de/ne... • Glocken vom Domgeläut bekommen neue Klöppe... Der Verfasser kennt das Paderborner Domgeläut seit den Beisetzungsfeierlichkeiten für Lorenz Kardinal Jaeger im Jahr 1975 und hat viele Phasen der Intonation der Domglocken miterleben können, zu einem großen Teil auch regelmäßig. Besonders die beiden großen Stahlglocken haben auf intonatorische Mängel oder Veränderungen regelmäßig mit unregelmäßigem Läuten, einseitigem Anschlag und Prellschlägen reagiert. Vor allem die Liboriusglocke ist ihm eindrücklich in Erinnerung – und zwar beim Hören IM Dom. Während der Ministrantenzeit am Hohen Dom 1986-96 wurde in der Liboriwoche abends nach dem letzten Gottesdienst im Dom „aufgeräumt“ und gleichzeitig – damals so üblich – 3x7 Minuten lang der nächste Liboritag eingeläutet. Im Dom waren faktisch nur die Schläge der Liboriusglocke zu hören, das restliche Domgeläut war mehr oder weniger ein begleitendes Summen. Vielleicht sind es diese, mit Festlichkeit verbundenen Eindrücke, die das „neue“ Domgeläut für den Verfasser zunächst schwer begreiflich erschienen ließen. Inzwischen aber überwiegt bei weitem die Begeisterung. So war es Pflicht, in einigermaßen großem Abstand – die 3 großen Stahlglocken werden in der Osterzeit recht häufig genutzt, somit ist von einem „Einläuten“ der neuen Klöppel auszugehen – das Geläut am letzten Sonntag der Osterzeit 2022 erneut zu hören, bewusst zunächst ohne die große e°-Glocke. Die hier vorgestellte Aufnahme kann und soll nicht bewerten, nicht nach einmaligem Hören von nur einem Standort. Der erste Eindruck war etwas ernüchternd, aber beim konzentrierten Anhören der Aufnahme ist es schon „ohrenfällig“, dass nun vor allem der Klang (was bei Stahlglocken ja eigentlich gar nicht geht – Ironie aus) im Vordergrund steht. Wie die Liboriusglocke schon bei den ersten Anschlägen den ganzen Turm mit Klang erfüllt, ist wirklich begeisternd, allerdings wird hier nun auf ein bei Großglocken immer interessantes Crescendo beim Anläuten verzichtet. Sowohl bei fis° als auch bei a° erscheinen die Schwungwinkel nunmehr reduziert. Dank gilt den Verantwortlichen und den Glockensachverständigen, sich diesen Glocken nun nochmal angenommen zu haben. (Wo doch die stählernen Domglocken extrem rostgefährdet sind, sie ihre Lebensdauer bald überschritten haben und, wie bei Stahlglocken, bei V7 ganz besonders, eine knallharte Tongebung, übergroße Lautstärke und insgesamt einen sehr rohen, trockenen Eindruck bieten – Ironie erneut aus!) Geschichte und Daten der Paderborner Domglocken sind hinreichend veröffentlicht bzw. als bekannt voraus zu setzen. Paderborn macht einfach Freude! Aufnahme: 29.05.2022 Alle Fotos eigener Provenienz.

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