Johann Gottlob Werner (1777-1822): Was Gott tut das ist wohlgetan

The English version of the video description has been added as a comment! Joh. Gottlob Werner wurde als Sohn eines Gastwirts in Hain geboren, einem Dorf etwa 25km südlich von Leipzig, das Ende der 1960er Jahre dem Braunkohle-Abbau zum Opfer fiel. Er besuchte die Schule im nahen Borna, wo er auch Unterricht bei dem Stadtorganisten Joh. Friedrich Hofmann nahm. Zwanzigjährig erhielt er die Organistenstelle an der Stadtkirche Frohburg, wenige Kilometer südöstlich von Borna; wie damals üblich war er zugleich als Lehrer tätig. 1803 bewarb sich Werner erfolglos um die Hoforganistenstelle in Altenburg. 1809 wechselte er an die Stadtkirche Hohenstein (heute Teilstadt von Hohenstein-Ernsttal). Dort trat er die Nachfolge von Christian Gotthilf Tag an, der in seiner über ein halbes Jahrhundert andauernden Tätigkeit in Hohenstein ein reges Musikleben aufgebaut hatte, nun aber in den Ruhestand trat. Von der Orgel der Gebrüder Wagner von 1776, die Tag und Werner in Hohenstein spielten, ist der Prospekt erhalten. 1819 berief man Werner als Domorganisten nach Merseburg. In Hohenstein wie in Merseburg war Werner zugleich Kantor (Musikdirektor); nicht jedoch in Frohburg, wo Organisten- und Kantorenamt personell getrennt waren. Nicht zuletzt aufgrund einer Publikationstätigkeit, die bereits in den Frohburger Jahren einsetzte, war Werner als Musiker, Autor und Orgelsachverständiger recht prominent. Er veröffentlichte mehrere Choralbücher (Choralsätze mit Vor- und Zwischenspielen), darunter eines für die niederländisch-reformierte Kirche; mehrere Sammlungen von Orgelwerken; weiter Ratgeber, so einen Leitfaden zu Orgelbau und Orgelwartung (posthum erschienen), Einführungen in Generalbaß und Harmonielehre, eine Anleitung zur Choralbegleitung, eine auch ins Französische übersetzte Orgelschule. Die Domorganistenstelle konnte Werner nur etwa zwei Jahre ausüben, ehe er sich aus Gesundheitsgründen zurückzog. Er starb 55jährig im Haus seiner nach Chemnitz verheirateten Tocher. Das Stück enstammt einer Sammlung, die Werner unter dem Titel "Acht Choralvorspiele" bei Peters in Leipzig in Druck gab. Tatsächlich dürfte bei diesem Stück kaum ein unbefangener Zuhörer in der Lage sein, den namengebenden Choral zu erkennen, so sehr geht die Melodie in Auszierungen und kontrapunktischer Virtuosität unter. Selbst in den Noten ist sie etwas mühsam zu verfolgen -- wobei sie wohl nicht ohne Grund sogar gekennzeichnet ist. Im "Aufgesang" (dem ersten, wiederholten Teil der Choralmelodie) erscheint die Melodie der ersten Liedzeile jeweils zunächst im Pedal, dann vollständig im Sopran; im "Abgesang" (dem zweiten, nicht wiederholten Teil der Melodie) nur im Sopran. Dabei wird sie von Zwischenspielen unterbrochen, läßt sich zugleich nicht auf einem eigenen Manual darstellen. Man hat es wohl mit einer Art Fantasie zu tun, der das namengebende Lied zugrunde liegt, ohne deutlich hervorzutreten. Gespielt haben will Werner das Stück "mit sanften Stimmen". Mir scheint indes, daß es mit einer Pleno-Registrierung besser zur Geltung kommt. Was Gott tut das ist wohlgetan auf diesem Kanal:    • Was Gott tut das ist wohlgetan | Whate'er ...   a_osiander(at)gmx.net . http://andreas-osiander.net .   / andreas.osiander