Fatale Explosion von Rollerbatterie bei VOI in Lübeck
Gegen 19.25 Uhr ist am Freitagabend ein Notruf aus der Kronsforder Allee in Lübeck eingegangen. Anlieger hatten auf dem Gelände eines E-Roller-Vermieters einen lauten Knall gehört und im Anschluss starken Rauch aufsteigen sehen. Daraufhin schickte die Leitstelle die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwache 2, die Freiwillige Feuerwehr Wulfsdorf/Vorrade, sowie einen Rettungswagen und den Führungsdienst der Berufsfeuerwehr zur Einsatzadresse. Vor Ort trafen die Helfer auf einen 20 Fuss Seecontainer, aus welchem es eine starke Rauchentwicklung gegeben hat. „Wie sich herausstellte, war es in einem, in dem Container gelagerten weiteren Container aus bisher unbekannter Ursache zu einer Explosion und einem anschließenden Feuer gekommen“, so Einsatzleiter Dirk Zietz zur Lage beim Eintreffen. Nach weiterer Erkundung stellte sich heraus, dass in insgesamt drei Containern neue Akkus für die von der Firma zu leihenden, im Stadtbild wohl bekannten, E-Roller gelagert waren. Aus bisher nicht bekannter Ursache hat ein oder mehrere dieser Akkus reagiert und hat zu der auslösenden Explosion geführt. Wie stark diese gewesen ist, ließ sich am besten am Zustand des stabilen Seecontainer erkennen. Dieser war nach allen Seiten hin stark ausgebeult und aufgrund der ungeheuren Hitzeentwicklungen mit etlichen Lackabplatzungen übersät. Dietz fasst die Wucht in einem kurzen aber treffenden Statement eines langjährig erfahrenen Berufsfeuerwehrmann zusammen: „Ich persönlich find´s beeindruckend ! Die Containertür ist ja in einer Form geöffnet worden, die die Feuerwehr nicht hinkriegt!“ Beeindruckt zeigte sich auch eine größere Gruppe die während der Explosion in einer vorgelagerten Laser-Tec Anlage zu Gast waren. Den Knall der Explosion hätten die Teilnehmer trotz der spielbedingten Geräuschkulisse deutlich wahrgenommen. „Wir dachten einer von uns ist mit Karacho gegen eine Wand gerannt“, beschreibt einer der Teilnehmer das Kollektiverlebnis. Unter Atemschutz nahmen die Löschprofis umgehend die Brandbekämpfung vor. Nach dem Einbringen von großen Mengen Löschschaum in den betroffenen Behälter konnte der Leitstelle gegen 20.00 Uhr gemeldet werden, dass der Brand unter Kontrolle sei. Damit war der Einsatz allerdings noch lange nicht beendet. Aufgrund des Löschwassers ließ der Einsatzleiter auch den Sielnotdienst der Lübecker Stadtwerke und die Untere Wasserbehörde alarmieren. Diese sollte prüfen ob mit dem Löschwasser Schadstoffe in die Kanalisation und ins Grundwasser gelangt ist. Unter anderem ging es dabei um die Gefahr von, für den Menschen äußerst giftigen und hochgradig ätzenden Flusssäure, die durch den Elektrolytaustritt und der Reaktion in Verbindung mit Löschwasser entsteht. Auch die Einsatzkräfte mussten alle genutzten Einsatzmittel und Kleidung vor Ort separieren und zum Teil vor Ort reinigen. Mit der Reinigung der Einsatzfläche wurde noch in der Nacht ein Spezialunternehmen beauftragt. Inwieweit die Wasserversorgung im unmittelbaren Umfeld aufgrund des Einsatzes betroffen war, konnte in der Nacht noch nicht gesagt werden. Zu klären bleibt nun für das Unternehmen, weshalb es zu der verheerenden Explosion gekommen ist. Eigentlich unternimmt das aus Schweden stammende und mittlerweile in ganz Europa tätige Unternehmen alles, um eventuell von den Akkus ausgehende Gefahren so gering wie möglich zu halten. So waren auch in Lübeck die Akkus nicht innerhalb des Gebäudes und in dem Seecontainer zusätzlich in, eigentlich explosionssicheren, Boxen gelagert. Das Ausmaß der Zerstörungen an dem See Container lässt erahnen, welche verheerende Wirkung die Explosion innerhalb eines Gebäudes gehabt hätte. Dementsprechend froh zeigten sich alle Beteiligten, dass der Einsatz am Ende ohne Verletzte und größere Gebäudeschäden beendet werden konnte. Der Hersteller der Boxen wird sich allerdings die Frage gefallen lassen müssen, inwieweit die betroffene Box in ihrem eigentlichen Zweck versagt hat.
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