Wien/Neubau (A-W) - Die Glocken der ehem. Lazaristenkirche Mariä Empfängnis
#glocken #wien #neubau Es sind die drei Glocken der ehemaligen Lazaristenkirche Mariä Empfängnis im Bezirk Neubau in Wien zu hören. Programm: 00:00 Vollgeläute Neubau ist der 7. Gemeindebezirk der Österreichischen Bundeshauptstadt Wien und war vor 1850 ein eigenständiger Ort. Gegenüber des Wiener Westbahnhofes steht die große, neugotische, ehemalige Lazaristenkirche Mariä Empfängnis. Die Lazaristen kamen 1853 nach Österreich, um Volksmissionen abzuhalten und seelsorgliche Aufgaben zu übernehmen. Schon wenige Jahre später entstand der Wunsch nach einer eigenen Kirche. Der Grundstein wurde am 27. September 1860, dem 200. Todestag des Ordensgründers Vinzenz von Paul, gelegt. Bereits 1862 konnte die Kirche fertiggestellt und von Kardinal Joseph Othmar von Rauscher geweiht werden. Sie war das erste Bauwerk, das der berühmte Architekt Friedrich von Schmidt nach seiner Übersiedlung nach Wien entwarf. Später wurde er vor allem als Erbauer des Wiener Rathauses bekannt. Architektonisch ist die Lazaristenkirche eine dreischiffige neugotische Hallenkirche, deren Vorbild die Elisabethkirche in Marburg/Lahn war. Das Hauptportal ist mit farbigen Figuren der Gottesmutter Maria und zweier Engel geschmückt und unterstreicht den neugotischen Charakter des Bauwerks. Der Innenraum ist hell und großzügig gestaltet und vermittelt durch seine hohen Gewölbe und schlanken Säulen den typischen Eindruck einer gotischen Kirche. Mittelpunkt ist der kunstvoll gestaltete Hochaltar der Bildhauer Holzmann und Dorsch. Daneben befinden sich Seitenaltäre zu Ehren der heiligen Anna, des heiligen Josef und des heiligen Vinzenz von Paul, dem Gründer der Lazaristen. Besonders sehenswert sind außerdem das barocke „Bärenkreuz“, ein großes Kruzifix von Jakob Adlhart sowie der reich verzierte Taufstein mit Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament. Die farbenprächtigen Glasfenster zeigen zahlreiche Heilige und biblische Szenen und tragen wesentlich zur besonderen Atmosphäre des Kirchenraums bei. Ein besonderes Stück ist die große Orgel der Kirche. Erstmals erbaut durch Matthäus I. Mauracher 1862 mit 25 Registern im wundervollen neugotischen Prospekt erbaut, wurde sie durch dessen Sohn Josef Mauracher aus St. Florian bei Linz 1899 auf 42 Register und drei Manuale erweitert. 1927/28 gab es noch eine letzte Erweiterung mit Umbau und Erhaltung vieler Register durch den Wiener Orgelbaumeister Johann Marcellinus Kauffmann. Somit besitzt das Instrument heute 51 klingende Register, verteilt auf vier Manuale und Pedal, und ist die größte, erhaltene spätromantische Orgel Wiens - somit ein kulturelles Klangdenkmal der Stadt. Besonders auffällig ist der 68 Meter hohe achteckige Turm, der sich über der Vierung erhebt und das Erscheinungsbild der Kirche prägt. Im Turm befanden sich schon früher mindestens drei Glocken, jedoch wurden bei beiden Weltkriegen sämtliche Glocken abgeliefert. Erst 1961 bekam die Lazaristenkirche wieder neue Glocken. Gegossen wurden diese Drei in der Glockengießerei Josef Pfundner und erklingen im Dur-Dreiklang. Sie hängen im großen dreifächigen Holzglockenstuhl an leicht gekröpften Stahljochen. Im Dachreiter oberhalb des Altarraumes befindet sich noch ein kleines "Sanctusglöckchen", welches 1855 gegossen wurde und aus dem ehemaligen Kloster, welches für den Bau von Gürtel und Westbahnhof abgerissen wurde, stammt. Ende 2025 wurde bekannt, dass die Gemeinschaft der Lazaristen die Seelsorge der Kirche aufgibt und die Pfarrgemeinde mit 31. Dezember 2025 wieder der Pfarre Schottenfeld, von der sie einst getrennt wurde, angegliedert wird. Mit 1. Juli 2026 wurde die Lazaristenkirche an die koptische Kirche, die zuvor in der Kirche Maria vom Siege Gottesdienste hielten, übergeben und an ihre Liturgie angepasst. Was mit (historischer Denkmal)Orgel und Glocken geschehen wird ist nicht bekannt. Die Glocken: 1: Glockengießerei Josef Pfundner, Wien - 1961 - d' 2: Glockengießerei Josef Pfundner, Wien - 1961 - fis' 3: Glockengießerei Josef Pfundner, Wien - 1961 - a' (4: L. G. Korrentsch, Wien - 1855 - h") Ein herzliches "Vergelts Gott" sei dem sehr netten Mesner für das Gespräch vor dem Gottesdienst gesagt! Fotos und Tonaufnahme: M. R. -------------------------------------------------- Quellen: Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Lazaris...) Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich Copyright ©2026

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