Haunshofen (WM) St. Gallus, 11-Uhr-Läuten

Haunshofen liegt zwischen Weilheim und Tutzing in einer schönen und auch interessanten Landschaft (eiszeitliche sog. Drumlin-Hügel). Die Pfarrkirche St. Gallus stammt überwiegend von 1754 und ist ein eher kleiner, harmonischer Bau mit rundem Chorschluss. Sie besaß zunächst nur einen Dachreiter über dem Chor, welcher 1953 durch einen neubarocken Turm an der Nordseite ersetzt wurde. Die Deckenfresken wurden 1808 von Joseph Mangold noch ganz in barocker Tradition geschaffen. Gleichzeitig entstanden Kanzel und Seitenaltäre, während der Hochaltar ca. 100 Jahre älter ist. Dies sind auch einige Figuren, eine Pietà im linken Seitenaltar ist noch spätgotisch um 1500. Im Turm hängt ein Vierergeläut im Präfationsmotiv, das von Karl Czudnochowsky in Erding gegossen wurde. Die Tonfolge ist e' - g' - a' - h'. Gegossen wurde es 1953, als der Turm erbaut wurde. Hier ist, wie vielerorts in ländlichen Gebieten Bayerns, das Läuten einer kleinen Glocke um 11 Uhr üblich. Es hat nichts mit dem Plenum freitags um 11 im Allgäu und manchen Regionen zu tun, sondern diente wohl den Feldarbeitern als Zeichen, sich zum Mittagsmahl aufzumachen. (Allerdings ist in diesem Gebiet Weideland üblich, wo die Tiere allein grasen und, so schon in Haunshofen erlebt, abends ohne Begleitung heim in ihre Ställe gehen.)