Kutzenhausen (A) St. Nikolaus, Mittagsläuten

Das westlich von Augsburg gelegene Dorf Kutzenhausen, auch bekannt als Sitz der Brauerei Rapp, besitzt mit seiner Pfarrkirche St. Nikolaus einen sehenswerten, reich geschmückten Bau. Errichtet wurde sie 1754 durch Joseph Meitinger nach Plan von Ignaz Paulus, dem Baumeister des Augsburger Domkapitels, das sein Wappen am Chorbogen anbringen ließ. 1892 wurde das Schiff um ein Joch nach Westen verlängert. Zeigt der Bau nach außen hin bloß dezente Rokoko-Formen und bleibt dabei ohne weitere Zier, so überwältigt das Innere mit Wessobrunner Rocaillen-Stuck und den prächtigen Freskomalereien von Franz Martin Kuen. Im Langhaus zeigt ein großes Bild mit Scheinarchitektur die Glorie des Nikolaus im Zentrum und zu den vier Seiten hin Szenen, in denen er als Helfer in Not überliefert ist. Im Chor ist der Tod des Kirchenpatrons dargestellt. Auch das Bild des rechten Seitenaltars ist wohl von Kuen, die anderen zwei Bilder sind Kopien von Bernhard Otterpohl nach Tiepolo und Van Dyck. Die Figuren am Hochaltar schuf wohl Johann Michael Fischer aus Dillingen, weitere einzelne sind noch aus dem Spätmittelalter erhalten. Im Turm hängt noch eine historische Glocke, die von Größe und Klang her zu schließen hier zum Angelus läutet. Zu den übrigen, neuen Glocken liegen mir leider noch keine Angaben vor. Beim Stundenschlag sind Glocken in c'', g' und f' zu hören. Es läutet die Glocke in g'. Sie wurde 1502 in Nördlingen gegossen, von Peter Gereis, der aus Augsburg stammte und sich in der Inschrift Getis nennt. Der Durchmesser beträgt 101 cm, die Höhe 83,5 cm. Die Schulterinschrift lautet: osanna hais ich in der eren sant iacob gos mich peter getis zvo nverlingen da man zalt m ccccc ii iar. (Kreuze bilden Worttrennungszeichen, wobei mehrfach auch Wörter ohne Abstand aufeinander folgen.) Quellen: Dehio Handbuch Schwaben; Glockenatlas Bay. Schwaben.