Rennen der Motorräder auf der Autobahnspinne bei Dresden aus den 1960er Jahren
Der zweite Weltkrieg war zu Ende, und die meisten Menschen hatten anderes zu tun, als sich um Motorrad- und Wagenrennen zu kümmern. Doch für einen kleinen Teil von ihnen gab es schon in den Kriegsgefangenenlagern nur einen Gedanken: Wenn du hier raus kommst, dann werden wieder Rennen gefahren. Als schließlich das Schlimmste dann vorbei war, holten die vom Benzin-und Rizinusgeruchinfizierten ihre Vorkriegsmaschinen oder das, was davon übrig geblieben war, aus Schuppen, Garagen oder aus Verstecken, wo es den Krieg überstanden hatte. Aber wo sollte man fahren? Es gab so gut wie keine Straßen mehr, die für derartige Veranstaltungen geeignet gewesen wären, obwohl die Ansprüche bezüglich Fahrbahnbelag und Sicherheit von Fahrern und Zuschauern zu damaliger Zeit recht bescheiden waren. So musste man das nutzen, was noch vorhanden war –und da wurden sogar Radrennbahnen ( Dresden, Bärnsdorfer Straße) und Pferderennbahnen (Berlin-Karlshorst)zur Motorradrennstrecke. Die Idee, den Bereich des Autobahndreieckes Dresden Nord als Rennstrecke zu nutzen, schreibt man dem Cossebauder Rennfahrer Helmut Zimmer zu. Durch die Schaffung einiger fester Übergänge über den Grünstreifen kam es zu einer Rennstrecke, die schließlich aufgrund ihrer Streckenführung die Bezeichnung „Autobahnspinne“ erhielt. Die relativ gut erhaltene Autobahn-Zementdecke galt zu dieser Zeit als ein fast idealer Fahrbahnbelag für Rennsportzwecke. Mit einer Streckenlänge von 6,443 km (später 5,3km) entsprach sie den damals üblichen Distanzen für Rundstrecken. Als Rennbüro diente zunächst das Kaffee am Markt in Hellerau und für das Fahrerlager nutzte man das Gelände der Autobahnmeisterei. Trotz Knappheit an Papier und Druckkapazität ließ es sich die Sächsische Zeitung nicht nehmen, in den ersten Jahren des Rennens eine Sonderausgabe herauszubringen. Das Interessanteste aus heutiger Sicht sind an diesen Ausgaben wohl die Werbeannoncen. So ist dort noch in der Zeitung von 1953 u. a. nachzulesen: „HO Warenhaus Wilsdruffer Straße bietet an: F9 Limousinen sofort lieferbar in drei Farben“ oder „Meißner Porzellan, Gedecke mit und ohne Gold 65. bis 8,51 DM. Einen besonderen Höhepunkt in der Geschichte der Dresdner Autobahnspinne stellte der Doppelstart des Ex-Europameister Ewald Kluge im Jahr 1952 dar. E. Kluge gewann das Rennen der 250 ccm-Klasse und hatte sich bei den 350 ccm-Maschinen mit der Dreizylinder-DKW („Singende Säge“)einen beruhigenden Vorsprung erarbeitet, als ihm eine Zündkerze ausfiel und er feststellen musste, dass ihm der dazu notwendige Kerzenschlüssel für einen Kerzenwechsel beim Schiebestart verloren gegangen war. Damit ging der Sieg an den Augsburger Xaver Heiß. Quelle: www.https://www.autobahnspinne.de/autobah...

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