1965 - Formel 3 - Rennen in Dresden
Von den Rennen der 50er, 60er und 70er Jahren im Osten gibt es kaum Filmmaterial. Mit Auflösung des MC Dresden und mit Übergabe des Nachlasses an „Die Formel 1 des Ostens“, deren Verwalter Jürgen Meißner ist, kam dieses Material zu Tage. Das vorliegende Filmmaterial ist somit eine Rarität. Auch wenn die Qualität durch das Lagern und Umkopieren wenig gut ist, zeigt es dennoch den Charakter der damaligen Zeit. Fast etwas „hemdsärmelig“ scheinen die Protagonisten zu sein: Westautos als Statussymbol, Bruchhosen und Sakkos tragend, Zigaretten rauchend - Lockerheit auf der ganzen Linie. Dennoch, hinter diesen Kulissen schwelte ein immerwährender Kampf um Punkte und Siege, der oft spät abends in Garagen oder Prüfständen endete. Man wollte im Osten dabei sein und den Kampf gegen die mächtige Rennfahrerszene des Westens nicht aufgeben. Aus heutiger Sicht: Prachtkerle! Dresden war mit vielen namhaften Rennfahrern in der Formel Junior (bis 1964) und danach Formel 3 eine Hochburg der Entwicklung von Rennwagen. Während mit Beginn der Rennen in Ostdeutschland ab 1950 noch westliche Motoren und Fahrgestelle aus den westlichen Ländern eingekauft wurden, hatte Heinz Melkus mit Beginn seiner Laufbahn ab 1955 andere Ideen. Noch fuhr er einen JAP-Rennwagen, aber sein Ehrgeiz und der Mangel an Westgeld hatten andere Ziele: Eigene Motoren und Rennwagen mussten her! So prägte Heinz Melkus die Szene ab 1960 maßgeblich mit seinem Melkus 60 Wartburg in der bis 1964 gefahrenen Formel Junior bis 1150 cm³. Bereits 1965 zum Spinne-Rennen waren die Läufe der Rennwagen als Formel 3-Rennen ausgeschrieben. Nachdem die Osteuropäischen Länder beschlossen hatten, nur noch Rennwagen und Motoren aus der Serienproduktion der sozialistischen Länder einzusetzen, blieb dem Osten nicht viel an Möglichkeiten. Heinz Melkus favorisierte seinen Melkus-Wartburg und eine sogenannte "Sozialistische Entwicklungsgemeinschaft" mit Experten der Technischen Universität Dresden brachte den SEG Wartburg-Rennwagen zur Welt. Beide, Melkus wie auch die SEG, setzten auf den damals einzigen Motor, den 1000cm³ Wartburg- 2-Takt-Motor. Und das gelang. Sieht man sich die Rennergebnisse, die mit westlicher Namen bestückt sind, an, dann ist das Ergebnis überzeugend: DDR Meisterschaft Formel Junior 1. Willy Lehmann / GDR 10 Siege 2. Heinz Melkus / GDR 3 Siege 3. David Riley / GBR 2 Siege 4. Eric Offenstadt / FRA 2 Siege 5. Frieder Rädlein / GDR 2 Siege Deutsche Meisterschaft der DDR Formel 3 1. Heinz Melkus / GDR 9 Siege 2. Peter Findeisen / GDR 4 Siege 3. Max Byczkowski / GDR 3 Siege 4. Jacques Bernusset / BEL 3 Siege 5. Rolf Gröndahl / SWE 3 Siege Bei der Anzahl der Pole-Positionen sieht es ähnlich aus. Mit der Änderung des Reglements zugunsten höherer Hubräume waren dann die Wartburgmotoren nach zähem Ringen um die Daseinsberechtigung am Ende der Möglichkeiten. Formel 3 im Osten Europas gab es noch bis zum 06.08.1972 in Schleiz. Dann trennten sich die Wege von Ost und West in den Rennwagendisziplinen endgültig. Im Osten entstand die Gruppe C9 bis 1300 cm³. Im Westen blieb es bei der bis heute so benannten Formel 3. Quellen: Wolfgang Neumayer www.formel3giude.de Hendrik-Medrow-Zeitstrahl Musiktitel: Smooth Sailing (with Guitar) von Audionautix unterliegt der Lizenz Creative-Commons-Lizenz "Namensnennung 4.0". https://creativecommons.org/licenses/... Künstler: http://audionautix.com/

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