Mals / Malles Venosta (I) : Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt : Glocke 1
Schlagton/Nota: h° / Si2 Giesser/Fondatore: Caspar de Sermondo (?) Gewicht/Peso: ca. 3.000 kg Durchmesser/Diametro: 1.680 mm Jahr/Anno: 1608 Mit dem Bau des mächtigen Pfarrturmes wurde 1523 begonnen. Er steht frei und ist nur durch ein schmales Treppenhaus mit dem Chorraum verbunden. Die Jahreszahl ist an einem Fenstersturz am untersten Turmgeschoss angebracht. Die Mauerdicke beträgt an die drei Meter! Im Inneren des Turmes sind noch die Gerüstlöcher (Öffnungen für die durchzusteckenden Balken) sichtbar. Auf drei Seiten hin öffnen sich im Glockengeschoss drei grosse, spitzbogige Schallfenster mit kunstvollem Maßwerk. Das westliche ist seit je her seines Schmuckes beraubt und wirkt etwas störend. In der Turmstube sind Konsolen sichtbar, die von einer geplanten Wölbung der Glockenstube (ähnlich in Eppan St. Pauls) Zeugnis ablegen. 1531 wurde die Galerie vollendet - das Wappen des damaligen Kirchenpropstes Peter Glückh an der Brüstung kündet davon. Vermutlich war eine gemauerte Turmspitze geplant - ähnlich derer der Pfarrkirche von Tramin - doch verhinderten die politischen und religiösen unruhigen Zeiten die Ausführung. Die sehr ungewöhnliche Mauerdicke (bei der Galerie) von rund 1,20 m ist ein Indiz dafür. Erst rund vierzig Jahre später wurden die Türmerstube und die hölzerne Turmspitze aufgesetzt. Der Glockenstuhl stammt noch teilweise aus der Zeit des Baustopps von 1531 (Inschrift!) und zwar von Jacobus Peienstei(n). Bei der letzen Sanierung (2012 beendet) wurde ein neuer Unterstuhl eingezogen, sowie verwurmte Balken des historischen Glockenstuhles erneuert. Eine sehr vorbildliche Arbeit! Das alte Schlagwerk wurde leider durch Magnetschlaghämmer ersetzt, nur das Uhrwerk selbst wird nach wie vor mechanisch betrieben und wird alle 2 Tage von einem der vier Turmknechte aufgezogen! Desweiteren wurde der Klöppel, der bei der Elektrifizierung der Läuteanlage in den 60er Jahren eingesetzt wurde, durch den restaurierten Originalklöppel ersetzt. Das Gussjahr der grossen Glocke wird in der Literatur fälschlicherweise stets mit 1508 angegeben. Schuld daran dürfte das Chronogramm sein, das nicht ganz korrekt ist. Seit der Publikation durch den Kunsthistoriker J. Weingartner ist dieser Fehler ohne Nachprüfen übernommen worden! Herzlichen Dank an den Herrn Dekan für die Genehmigung der Aufnahmen, sowie an den Turmknecht Martin für die Führung und Erläuterungen rund um den Malser Kirchturm! Vielen, vielen Dank!

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