09.-10.06.2026: Zwischen Teich und Turm
Freiheit beginnt bei jungen Uhus nicht mit einem großen Abflug in die weite Welt. Sie beginnt mit kleinen Schritten, kurzen Flügen, neuen Sitzplätzen – und manchmal auch mit einem ziemlich entschlossenen Anspruch auf die besten Plätze in der Ruine. Wie derzeit üblich starten die vier jungen Uhus den Abend im großen Turm, wo sie den Tag verbracht haben. Durch die Fensteröffnungen und das alte Mauerwerk beobachten wir sie in ihrem vertrauten Rückzugsort. Auch Isolde zeigt sich kurz in einem der oberen Fenster, muss den Platz aber bald einem ihrer Uhu-Kinder überlassen. Man könnte sagen: Die nächste Generation meldet vorsichtig, aber deutlich Raumbedarf an. Später versammeln sich drei der jungen Uhus noch einmal im ehemaligen Kinderzimmer. Isolde behält von oben alles im Blick, doch auch dort wird es für sie nicht dauerhaft ruhig. Der Nachwuchs ist inzwischen groß genug, um nicht nur Flügel, sondern auch Standorte auszuprobieren – und dabei geht es im alten Gemäuer manchmal recht energisch zu. Danach erweitert sich der Aktionsradius sichtbar. Die jungen Flugkünstler flattern in den alten Weidenbaum, sitzen auf Zaunpfählen der Wiesen und nutzen immer mehr Bereiche rund um die Ruine. Ein Hase auf der Wiese gerät kurz in den Blick der angehenden Jäger – doch genau in diesem spannenden Moment machen unsere Kameras nicht ganz mit (3:30). Der Hase dürfte das vermutlich als glückliche technische Pause verbucht haben. Für die jungen Uhus bleibt die Wiese jedenfalls ein zunehmend interessanter Teil ihres neuen Übungsgeländes. Um kurz nach elf wird dann sogar die Badesaison eröffnet: Ein junger Uhu am und im Teich (4:50)! Wer gerade noch über Mauern und Dächer flatterte, kann offenbar auch am Wasser neue Erfahrungen sammeln. Nach Mitternacht trifft sich die Gruppe wieder oben auf der breiten Mauer. Um kurz nach eins sehen wir noch einmal alle vier jungen Uhus auf dem Baugerüst (7:10), kurz darauf versammeln sie sich auf dem Dach des kleinen Turms. Von dort geht es weiter zum Scheunendach und später zurück zur Burg. Die ganze Nacht bleiben die jungen Uhus aktiv: Sie wechseln die Plätze, testen neue Wege und nutzen die Ruine immer mehr als Ausgangspunkt für ihre Erkundungen. Am frühen Morgen entdecken wir schließlich Isolde noch einmal am Teich. Sie landet zunächst auf einem Ansitz an der Wasserstelle, fliegt dann hinunter ans Wasser und gönnt sich ebenfalls eine Erfrischung. Danach verschwindet sie in den anbrechenden Tag. Die vier jungen Uhus sind noch nicht endgültig aus der Ruine verschwunden – aber jede Nacht zeigt deutlicher, wohin die Reise geht: Die Mauern bleiben ihr sicherer Mittelpunkt, doch die Freiheit rückt mit jedem Flug ein Stück näher. -- Musik, lizensiert unter der Pixabay License: "Chasing Sunshine_Outro" von Grand_Project "Calm of the Cosmos" von BreakzStudios

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