Christa Wichterich
Christa Wichterich –Kämpferin gegen soziale Ungleichheit „Zierlich und blond“ – als Kind entspricht Christa Wichterich äußerlich dem Klischee des braven Mädchens. Aber sie ist alles andere als ein typisches Mädchen. Statt Puppen wünscht sie sich sehnlichst eine Eisenbahn. Die damit verbundene Mobilität könnte das Zauberwort sein in der Vita der feministischen Geschlechter- und Entwicklungssoziologin, Journalistin und Publizistin. Mobil sein, nicht als Selbstzweck, sondern um die Lebensumstände speziell von Frauen in anderen Ländern kennen zu lernen und zu erforschen. Christa Wichterich wird 1949 in Brühl geboren. Der Vater ist Malermeister, die Mutter ‚schmeißt den Laden‘, d.h. sie organisiert alles, was in einem solchen Handwerksbetrieb anfällt - neben Haushalt und Kindererziehung. Die Familie unterstützt Tochter Christa in ihrem Wunsch, das Abitur zu machen. In Bonn und München studiert sie Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie, anschließend noch Soziologie. Seit 1983 arbeitet sie als freie Journalistin und Korrespondentin. Erste Lehrtätigkeiten führen sie in den Iran und nach Indien. Am Goethe-Institut in Delhi trifft sie die feministische Soziologin Maria Mies, die sie einlädt, im Redaktionskollektiv der „Beiträge für feministische Theorie und Praxis“ mitzuarbeiten. Die „Beiträge“ verstehen sich als Teil der feministischen Gegenöffentlichkeit. Bereits zu dieser Zeit ist für Christa Wichterich die Zukunft der Frauenarbeit ein wichtiger Themenschwerpunkt. Als Berichterstatterin und Aktivistin nimmt sie ab 1985 an den UN-Weltfrauenkonferenzen in Nairobi, Rio de Janeiro, New York und Peking (heute: Beijing) teil. Sie berichtet darüber für Zeitungen, Zeitschriften und Hörfunk. Parallel dazu schreibt sie viel beachtete Bücher. Diese behandeln Themen wie Globalisierung, Bevölkerungspolitik, feministische Ökonomie, sexuelle und reproduktive Rechte. 1998 erscheint das viel beachtete Werk „Die globalisierte Frau - Berichte aus der Zukunft der Ungleichheit“, 2009 „gleich, gleicher, ungleich – Paradoxien und Perspektiven von Frauenrechten in der Globalisierung“ und 2023 gibt sie zusammen mit Maja John den Band „Who cares? Care Extraction and the Struggles of Indian Health Workers“ heraus. Christa Wichterich war Gastprofessorin an der Universität Kassel und Dozentin u.a. an den Universitäten Basel undWien. Interview des Kölner Frauengeschichtsvereins am 10.10. 2024 – Interview: Monika Mengel, Redaktion: Gabriela Sxchaaf, Schnitt: Richard Weber, Copyright: Kölner Frauengeschichtsverein

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