Sündenfall Eva Herman - wie Medien die Tagesschau-Sprecherin zum Nazi stempelten
Sie war in den 1990er Jahren eines der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens – Eva Hermann: Tagesschau-Sprecherin, Moderatorin, Autorin. Eine glanzvolle Karriere, bis sie 2006 ihr Buch „Das Eva-Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit“ veröffentlichte, in dem die berufstätige Mutter den Verfall konservativer Werte als Ursache für den starken Geburtenrückgang in der Bundesrepublik konstatierte. Hermann sah in der feministischen Emanzipation einen Irrweg, weil er berufstätigen Müttern einen zu großen Spagat zwischen Selbstbestimmung und Familie abverlange und Ursache für immer mehr bindungsgestörte Kinder sei. Diese Thesen stießen 15 Jahre auf große Ablehnung. Feministinnen wie Alice Schwarzer oder die Schriftstellerin Thea Dorn zogen gegen Hermann zu Felde, stellten sie, die sich u.a. lange für die Initiativen ‚Laut gegen Nazis’ und "Gesicht zeigen" engagiert hatte, in die ‚rechte Ecke‘ (‚Das Eva-Braun-Prinzip‘) und die gesamte Medienwelt zog mit. Hermann verlor ihren Job und statt einer sachlichen Auseinandersetzung erlebte sie eine Hetzjagd, die in der berühmt-berüchtigten ZDF-Sendung von Johannes B. Kerner am 9. Oktober 2007 in einem regelrechten Tribunal gipfelte. Wir haben Eva Hermann gefragt, wie sie die Geschehnisse damals erlebt und inzwischen verarbeitet hat und wie Sie die jetzige Entwicklung in der deutschen Medienwelt einschätzt. Die Demontage und öffentliche Diffamierung von Eva Herman gilt manchen Beobachtern als erster Sündenfall der deutschen Medien und ein Meilenstein bei der Entwicklung in Richtung eines modernen Haltungsjournalismus. Herman spricht offen und ehrlich über das Geschehene. Auch für uns war beim Nachrecherchieren des Falls aus heutiger Sicht einiges überraschend: So verbreitete ausgerechnet die deutsche Nachrichtenagentur dpa ein falsches Zitat zur Autobahn-Aussage. Korrektur: Bei Minute 45:30 meint Eva Herman den Bundesgerichtshof in Karlsruhe, nicht das Bundesverfassungsgericht." Das ist die ungekürzte Fassung der Sendung von Kerner am 9.10.2007: • Eva Herman bei Kerner vom 9.10.2007 – Teil 1 Dazu schrieb Henryk M. Broder 2007 im Spiegel: "So gesehen war die gestrige Sendung von Johannes B. Kerner eine Sternstunde des Fernsehens, an die man sich lange erinnern wird. So wie man sich an eine nächtliche Autobahnfahrt erinnert, bei der einem lauter Geisterfahrer mit aufgeblendeten Lichtern entgegengekommen sind. Es war keine der üblichen Plauderstunden zu später Stunde, es war eine Tribunal mit Eva Herman in der Rolle der Angeklagten, Johannes B. Kerner als Ankläger und drei Geschworenen, zwei Frauen und einem Mann, die ihr Urteil schon vor Beginn der Verhandlung gefällt hatten." Und Lana Stille meinte in der taz dazu: "Trotzdem: Insgesamt schlug sich die frischgekündigte NDR-Moderatorin recht wacker in einer Gesprächsrunde, die sich einmütig gegen sie stellte und sich in der Empörung über Herman gut gefiel. Als Kerner wissen wollte "Was ist es für ein Gefühl, wenn Du auf der Homepage der NPD abgefeiert wirst?", ließ er deutlich durchscheinen, wie gerne er sich jetzt über diese unbelehrbare Blondine entsetzen würde - hielte ihn nicht seine journalistische Professionalität davon ab. Ein derartig selbstgerechter Unterton geht Eva Herman immerhin ab." Der taz-Artikel „Das Eva-Braun-Prinzip“ von Thea Dorn vom 30.11.2006 ist nicht mehr online. Hier ein anderer diffamierender Artikel von Thea Dorn im Spiegel über Eva Herman: https://www.spiegel.de/kultur/gesells... Hier geht es zur Website von Eva Herman: www.eva-herman.net/offiziell/ Aktiv ist Frau Herman vor allem auf Ihrem Telegram-Kanal: https://t.me/EvaHermanOffiziell Wenn Ihnen diese Folge oder auch jede andere unseres Podcasts gefallen hat, dann unterstützen Sie gerne unsere Arbeit mit einer Schenkung. Wir würden uns sehr freuen. IBAN DE14 2004 1155 0843 5885 00 (Alexander Teske) oder PayPal @ATeske812 (bitte Zahlung unter Freunden anklicken) Natürlich freuen wir uns auch über Abos, Bewertungen und Kommentare. Wenn Sie Kontakt aufnehmen wollen - so erreichen Sie uns: [email protected] [email protected] [email protected]

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