HAAN [D] - evang. Kirche - Vollgeläute

Vom unscheinbaren Turm der evangelischen Kirche in Haan erklingt ein überaus mächtiges Stahlgeläute, bestehend aus vier Glocken. Die alte Haaner Kirche wurde Mitte des 10. Jahrhunderts als Tauf- und Betkapelle auf dem Platz des heutigen Hallenbads errichtet, 1863 abgerissen. Der erhaltene Baustein, hinter dem heutigen Altar in die Wand eingefügt, trägt die (lateinische) Inschrift: „Von dem ehrwürdigen Erzbischof Wichfried ist diese Kirche am 2. Tag vor den Nonen des August zu Ehren der heiligen Märtyrer Chrysanthus und Daria eingeweiht worden. Im Jahre 950 hat Ger(bert) ... im 8. Steuerjahr dieses Bethaus errichtet". 1957 wurden der Chorraum und die Orgel-Empore neu gestaltet, die Sakristei (Nebenraum) angebaut, 1983 Fußboden und Heizung erneuert. 1968 entwarf W. Putfarken die neuen Fenster. Sie zeigen in der Mitte den auferstandenen Christus. Er ist „Anfang" und „Ende" (A und O). Das rechte Fenster weist auf das Abendmahl hin: Ähren, Trauben, Brot, Schale und Kelch. Im linken Fenster erkennt man eine Taube, das Zeichen der Taufe, und einen großen Fisch mit den Buchstaben X und P, den griechischen Anfangsbuchstaben für Christus. Das Fischsymbol erinnert an das griechische Wort für Fisch: ICHTUS. Es bedeutet: „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter". Das Netz und die kleinen Fische erzählen den Fischfang des Petrus: er soll Menschen für Christus „einfangen". Der Herrnhuter Stern unter der Decke wird seit 1980 in der Advents- und Weihnachtszeit heruntergeholt und beleuchtet. Die Orgel wurde von der Firma Ch. Lobback aus Neuendeich bei Hamburg 1987 gebaut. Sie ist 3-manualig bei 48 Registern, eingeweiht am 31. Oktober 1987. Die evangelische Kirche besitzt heute ein sehr mächtiges Geläute aus vier Stahlglocken. Die umstrittene Sekundschlagrippe sorgt auch hier für einen sehr kuriosen Klang, was die Schlagtonlinie nicht ganz klar verdeutlicht. Jedoch handelt es sich hierbei um kein schlechtes Geläute dieser Art. Am Turmhelm hängt eine weitere, kleine Glocke. Diese ist allerdings aus Bronze und ist für die halbstündlichen Schläge der Uhr verantwortlich. Die kleine Glocke außen am Turm stammt aus der alten Kirche und wurde 1542 gegossen. Sie trägt die lateinische Inschrift „Salvator mundi adiuva nos sancta Maria ora pro nobis" („Erlöser der Welt, hilf uns heilige Maria, bitte für uns"). Mit dem Vollgeläute ist man hier allerdings recht sparsam. Zu Sonntagen erklingt in der Regel das Motiv aus Glocken 2, 3 und 4, manchmal kommen hier aber recht ungewöhnliche Teilkombinationen heraus. Nicht selten erklingen hier sonntags Glocken 1 und 4. Glockendaten: 1. Matthäusglocke Schlagton : des' Gießer : Bochumer Verein Gussjahr : 1947/48 Gewicht : 1.920 kg Durchmesser: 1.680 mm 2. Davidsglocke Schlagton : f' Gießer : Bochumer Verein Gussjahr : 1947/48 Gewicht : 960 mm Durchmesser: 1.335 mm 3. Jonaglocke Schlagton : as' Gießer : Bochumer Verein Gussjahr : 1947/48 Gewicht : 570 kg Durchmesser: 1.120 mm 4. Vater-Unser-Glocke Schlagton : b' Gießer : Bochumer Verein Gussjahr : 1947/48 Gewicht : 405 kg Durchmesser: 1.000 mm Motiv: "Wachet auf" Ich bedanke mich ganz herzlich bei dem freundlichen Küster, der mir das gesonderte Plenum ermöglicht hat. Aufnahme von Sonntag, dem 21. März 2021 um 10.50 Uhr - Zum Einläuten des Gottesdienstes