Drittes „Magdeburger Stadtgespräch“ in der Stadtbibliothek Magdeburg

Weltoffenheit als Fundament des Zusammenlebens Drittes „Magdeburger Stadtgespräch“ in der Stadtbibliothek Magdeburg Wie offen ist Magdeburg im Alltag? Worin zeigt sich Weltoffenheit konkret? Und was braucht es, damit ein gutes Zusammenleben in einer vielfältigen Stadtgesellschaft gelingt? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die dritte Ausgabe des „Magdeburger Stadtgesprächs“ in der Stadtbibliothek Magdeburg. Gemeinsam mit Gästen aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wurde darüber diskutiert, welche Bedeutung Weltoffenheit für das Miteinander in der Stadt hat und wie sie im Alltag gestärkt werden kann. Auf dem Podium diskutierten Dr. Cornelia Poenicke, Direktorin der Stadtbibliothek Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Lisa Underberg, Institutsleiterin des ifak – Institut für Automation und Kommunikation e. V., Burghard Gruppe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, sowie Krzysztof Blau, Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA). Dabei wurde schnell deutlich, dass Weltoffenheit weit mehr ist als ein gesellschaftspolitischer Begriff: Sie ist eine zentrale Voraussetzung für Teilhabe, Respekt, Innovation und Zukunftsfähigkeit. Aus Sicht der AGSA beginnt Weltoffenheit nicht erst auf politischer oder institutioneller Ebene, sondern im Alltag — in Offenheit, Zugewandtheit und der Bereitschaft, Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Hintergründen als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft zu begreifen. Seit rund 30 Jahren setzt sich die AGSA als Dachverband zahlreicher Mitgliedsorganisationen für ein friedliches, demokratisches und solidarisches Zusammenleben ein. Mit dem einewelt haus Magdeburg schafft sie seit vielen Jahren einen Ort für interkulturelle Begegnung, Austausch und Vernetzung. Auch das „Stadtgespräch“, das die AGSA gemeinsam mit Pro Magdeburg organisiert, ist Ausdruck dieses Engagements: Es bringt Akteur*innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen miteinander ins Gespräch und schafft Raum für öffentliche Debatten über zentrale Fragen des Zusammenlebens in Magdeburg. Im Verlauf des Abends wurde aus unterschiedlichen Perspektiven deutlich, wie vielfältig sich Weltoffenheit in der Stadt zeigt. Für den Bereich Wissenschaft wurde hervorgehoben, dass Forschung auf Internationalität, Austausch und Diversität angewiesen ist. Gerade in einer Stadt mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen sei ein offenes gesellschaftliches Klima ein wichtiger Standortfaktor. Gleichzeitig wurde betont, dass Weltoffenheit auch durch konkrete Formate wächst, die Begegnungen ermöglichen und Schwellen abbauen. Auch die Rolle öffentlicher Kultur- und Bildungsorte wurde thematisiert. Bibliotheken wurden dabei als Räume beschrieben, in denen sehr unterschiedliche Menschen zusammenkommen, sich begegnen und gemeinsame Erfahrungen machen können. Solche Orte tragen wesentlich dazu bei, lokale Vielfalt sichtbar zu machen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Gerade in Zeiten von Digitalisierung, gesellschaftlicher Polarisierung und wachsendem Veränderungsdruck gewinnen sie weiter an Bedeutung. Mit Blick auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt wurde deutlich, dass Weltoffenheit auch eine praktische Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Region ist. Der Bedarf an Fachkräften, die Bedeutung internationaler Zuwanderung und die Notwendigkeit funktionierender Willkommensstrukturen zeigen, dass Offenheit nicht nur eine Frage von Haltung, sondern auch von kommunaler und gesellschaftlicher Gestaltung ist. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Bedeutung von Programmen verwiesen, die internationale Erfahrungen ermöglichen und interkulturelle Kompetenzen stärken. Für die AGSA ist genau dieser Zusammenhang entscheidend: Weltoffenheit braucht Orte der Begegnung, verlässliche Netzwerke und Akteur*innen, die den gesellschaftlichen Dialog aktiv gestalten. Sie zeigt sich dort, wo Menschen einander zuhören, wo Unterschiede nicht als Bedrohung verstanden werden und wo Teilhabe für möglichst viele Menschen ermöglicht wird. Das Stadtgespräch machte deshalb deutlich, dass eine weltoffene Stadtgesellschaft nicht von selbst entsteht, sondern immer wieder neu ausgehandelt, verteidigt und praktisch gelebt werden muss. Die dritte Ausgabe des „Magdeburger Stadtgesprächs“ hat dafür wichtige Impulse gesetzt. Sie zeigte, dass Weltoffenheit in Magdeburg bereits an vielen Stellen gelebt wird — in Wissenschaft, Kultur, Bildung, Arbeitswelt und zivilgesellschaftlichem Engagement. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wichtig es ist, diese Ansätze weiter zu stärken und miteinander zu vernetzen. Genau daran knüpft die Veranstaltungsreihe an: Sie will den öffentlichen Diskurs über das Zusammenleben in der Stadt fördern und Perspektiven für ein offenes, solidarisches und zukunftsfähiges Magdeburg sichtbar machen.

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