Führerstandmitfahrt Ringbahn 1 von 6 S-Bahn Berlin Sonnenallee bis Südkreuz
Führerstandmitfahrt in der Panorama-S-Bahn auf der Berliner Ringbahn von Sonnenallee bis Südkreuz über Neukölln, Hermannstraße und Tempelhof. Die Ringbahn in Berlin ist eine ringförmige, rund 37 Kilometer lange Bahntrasse, die um die Innenstadt herum verläuft. Sie besteht aus einem geschlossenen S-Bahn-Ring sowie weiteren Gleisen, die abschnittsweise dem Fern-, Regional- und Güterverkehr dienen. Vom S-Bahn-Ring bestanden mehrere Verbindungen zur Stadtbahn sowie zu den radial auf die Innenstadt zulaufenden Strecken. An Werktagen nutzen über 400.000 Fahrgäste den S-Bahn-Ring.[1] Wegen seiner markanten Form wird das von der Ringbahn umschlossene Gebiet auch Hundekopf oder Großer Hundekopf genannt. Diese anschauliche Bezeichnung hat auch Einzug in den Sprachgebrauch der Berliner Politik und Verwaltung gehalten. So entspricht das Gebiet innerhalb des Hundekopfes der Berliner Tarifzone A des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Seit dem 1. Januar 2008 dürfen in dieses Gebiet nur noch schadstoffarme Kraftfahrzeuge mit entsprechenden Vignetten einfahren. Der erste Teilabschnitt der Ringbahn ging am 17. Juli 1871 von den Bahnhöfen Moabit über Gesundbrunnen, Central-Viehhof (heute Storkower Straße), Stralau-Rummelsburg (heute Ostkreuz), Rixdorf (heute Neukölln) und Schöneberg (später Kolonnenstraße, heute Julius-Leber-Brücke) zum Potsdamer Ringbahnhof, einem Flügelbahnhof des Potsdamer Bahnhofs in Betrieb. Von dort kehrten die Züge wieder in die Gegenrichtung um. Dieser Abschnitt war unter dem Begriff „Südringspitzkehre bekannt. Die Gleise der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn (und später auch der Militäreisenbahn) wurden dabei mit Brücken überquert. Die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn richtete am 1. Januar 1872 zur Neuen Verbindungsbahn einen Personenpendelverkehr vom Haltepunkt „Niederschlesisch-Märkischer Anschluss ein, der später in „Stralau umbenannt wurde. Mit der Verbindung des Bahnhofs Schöneberg über die seit 1. Januar 1877 selbstständige Stadt Charlottenburg (heute Bahnhof Westend) bis nach Moabit wurde am 15. November 1877 der Ring geschlossen, wobei der Potsdamer Bahnhof weiterhin über die Südringspitzkehre an den Personenverkehr der Ringbahn angeschlossen war. Im Zweiten Weltkrieg waren die Bahnanlagen am Potsdamer und Anhalter Bahnhof mehrfach von schweren Bombardierungen betroffen, sodass die Südringspitzkehre ab 1944 nicht mehr befahren werden konnte. Ab 1944 bis zum Mauerbau 1961 fuhren die S-Bahnzüge über die schon bestehende unmittelbare Gleisverbindung zwischen den Bahnhöfen Papestraße und Schöneberg (1933 an der Ringbahn eröffnet) als Vollring-Züge. Durch den Mauerbau wurde die Ringbahn an zwei Stellen unterbrochen: Im Westteil Berlins entstand eine eigenständige Strecke auf einem „Dreiviertelring zwischen Gesundbrunnen und Sonnenallee bzw. Köllnische Heide. Im Ostteil Berlins wurde der dort verbliebene Teilabschnitt der Ringbahn zwischen Schönhauser Allee und Treptower Park mit den anschließenden Vorortstrecken nach Bernau und Königs Wusterhausen bzw. Flughafen Schönefeld verknüpft. Nach dem Reichsbahnerstreik 1980 ruhte der S-Bahn-Betrieb auf dem westlichen „Dreiviertelring für rund 13 Jahre. Am 9. Januar 1984 wurden die Betriebsrechte für die S-Bahn im Westteil Berlins auf die BVG übertragen. In diesem Zusammenhang war zunächst geplant, den Ringabschnitt zwischen Westend und Sonnenallee (wegen der besseren Erschließungswirkung dieses Bahnhofs anstelle von Köllnischer Heide) wieder aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Nach der Deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 änderte man diese Pläne, um 1993 vom Südring mit dem Abzweig über Köllnische Heide einen Anschluss an die Görlitzer Bahn herzustellen. Der Wiederaufbau der Verbindung von Sonnenallee zum Treptower Park erforderte Umbauarbeiten größeren Ausmaßes, die nicht kurzfristig realisierbar waren. In den folgenden Jahren wurde der westliche Teil der Ringbahn in mehreren Etappen wieder in Betrieb genommen. Nach dem erneuten Ringschluss im Juni 2002 wurde zuerst eine sogenannte „Ringschnecke gefahren, bei dem die Züge von den südöstlichen Vorortstrecken den Ring einmal unrundeten und anschließend an verschiedenen Bahnhöfen des Südrings endeten. Seit Mai 2006 erfolgt wieder ein echter Vollringbetrieb mit den Linien S41 und S42. Hierbei werden nur noch die beschleunigungsstarken Triebwagen der BR 481/482 eingesetzt, um die Fahrzeit von 60 Minuten für eine Ringumrundung einhalten zu können.

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