Feierliches Gelöbnis Immendingen 2012 Teil 1

Kanonier Eitbergers Rede: Ich freue mich, zu diesem besonderen Anlass, unseren Bataillonskommandeur Oberstleutnant Hoogeveen, alle zivilen Mitarbeiter, Kameraden, Freunde und Familien, ganz herrlich willkommen heißen zu dürfen. Alle Kameraden einschließlich mir, haben diesen Weg freiwillig gewählt, ohne genau zu wissen, was auf uns zukommt. Seit gefühlten 6 Monaten, aber tatsächlich 10 Wochen, wissen wir auf jeden Fall eines: Nämlich, dass wir wirklich keine Ahnung hatten. Die militärische Grundausbildung brachte jeden an seine Grenzen. Denn hier brauchte jeder einzelne von uns einen starken Willen. Aber nicht nur der Wille jedes einzelnen war gefragt, sondern vor allem der, der gesamten Einheit. Dank der guten Erziehung und Ausbildung, wurde dieser Wille immer weiter geschärft. Es war der „Zwote" erste diesen Jahres, als sich das Leben für die hier stehenden Frauen und Männer schlagartig änderte. Schluss mit Party, Internet, McDonalds, Einzelzimmer und ausschlafen. Stattdessen gab es Zeiten wann gegessen und geschlafen wird, Morgensport oder ein kräftiges „Was ist denn mit ihnen nicht richtig" wenn man etwas falsch gemacht hat. Dennoch betone ich noch mal, dass wir alle freiwillig hier her gekommen sind, um uns Soldaten des Deutschen Heeres ausbilden zu lassen, und dazu gehört auch die Grundausbildung. Die Umstellung vom zivilen auf das Soldatenleben war wohl die größte Herausforderung für uns junge Rekruten. Ab jetzt heißt es, zu viert auf der Stube die Zeit verbringen. Dazu kam, dass sich keiner kannte und alle einen anderen Charakter hatten. Das heißt im Klartext: Schluss mit Privatsphäre. Doch schon nach kurzer Zeit erkannten wir Gemeinsamkeiten und sahen ein, dass wir alle in einem Boot sitzen und das nur schaffen können wenn wir zu einer Einheit werden. Wir erlernten soldatische Pflichten und Tugenden, wie Disziplin, Mut, Tapferkeit, Selbstlosigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen und Loyalität. Zugleich mussten wir uns an die militärische Ausdrucksweise gewöhnen. Hier heißt es dann „zwo" statt „zwei" da es sich sonst in manchen Bereichen wie drei anhört. Das sagen sie mal so einem Berliner wie mir der sonst immer „zwee jesagt hat". All die Sachen haben wir verinnerlicht und in unseren Dienstalltag und in Ausbildung integriert. Einer für alle und alle für einen war immer das oberste Gebot. Die galt aber auch beim einfachen Marsch zur Verpflegung, die im Zugrahmen stattfand. Das Motto war 1. Zug immer vorn. Ich glaube ich spreche hier für jeden einzelnen Soldaten, wenn ich sage dass das Härteste aber zugleich Schönste an der Grundausbildung unsere zwei Übungslager (BIWAK) waren. Beim Ersten hatten wir Nachts Temperaturen von -- 20 Grad und unsere Getränke sind in unseren Rucksäcken gefroren. Aber auch in dieser Situation sind wir wieder näher zusammen gerückt. Oder nehmen wir den Orientierungsmarsch in der letzten Nacht vom BIWAK 1, der uns an unsere Grenzen gebracht hat. Aber wir haben alles geschafft, weil wir eine Einheit waren. Und es war lehrreich denn ich wusste bis dahin nicht, dass Menschen während dem marschieren schlafen können, aber es funktioniert. An der Hindernisbahn hat man dann endgültig gesehen, dass man allein stark sein kann aber man in der Gruppe viel stärker ist. In diesem Sinne möchten wir alle dem Batterie-Chef, Hptm. Zippel unserem Batterie Feldwebel dem HptFw Schmidt, den Zugführern OLt Panzer und OLt Fischer, den Gruppenführern und Hilfsausbildern danken.All denen noch mal ein besonderen Dank, dass sie nicht mit uns verzweifelt sind, sie uns ihr Wissen hart aber fair vermittelt haben, aber auch immer ein offenes Ohr für uns hatten. Dankeschön. Ich möchte an dieser Stelle auch an jene Kameraden erinnern, die gesundheitlich oder anderweitig verhindert sind. Zum Schluss möchte ich als ältester Rekrut und Vertrauensperson des 1. Zuges sagen: Die Grundausbildung war eine harte aber zugleich sehr lehrreiche Zeit, an die wir uns unser Leben lang voller Stolz zurück erinnern werden. Und zu allen Eltern sei gesagt, geben sie die Hoffnung in ihre Kinder nie auf, denn in ihnen steckt viel mehr drin als sie denken. Vielen Dank und noch viel Spaß heute.

Feierliches Gelöbnis  Immendingen 2012  Teil 2
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Feierliches Gelöbnis Immendingen 2012 Teil 2

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