Test Jaguar XJR 4.2 V8
Christina Surer präsentiert in der Motorshow TCS den neuen Jaguar XJR. Extérieur Mit dem Jaguar XJR, der in unserer Testversion satte 152'170 Franken kostet, wollen die Briten wieder an die alten, erfolgreichen Zeiten in der Luxusklasse anknüpfen. Denn Mercedes, BMW und Co. haben den Jaguar punkto Luxus, Leistung und Komfort überholt. Das soll sich nun wieder ändern. Eines gleich vorneweg: Die vornehme Zurückhaltung von Jaguar scheint vorbei zu sein. Im Gegensatz zum Vorgängermodell kommt der aktuelle XJR richtig sportlich daher. Das sieht man vor allem an der Front. Sie wirkt dank der grossen Lufteinlässe wuchtig und sportlich. Ebenfalls wuchtig sind die 20-Zöller, die serienmässig mitrollen. Das Kleid des XJR besteht nicht - wie früher - aus Stahl, sondern aus Aluminium. Ein kleines, aber feines Detail sind die neuen Chromzierleisten und die frisch gestalteten Aussenspiegelgehäuse mit integrierten Blinklichtern. Ein zusätzliches sportliches Feature sind die aus dem Sportcoupé XKR übernommenen seitlichen Entlüftungsschlitze. Nebst den kleinen Details fällt einem vor allem die unglaubliche Länge von 5,10 m auf. Im Gegensatz zu unserem letzten Testauto, dem sportlichen BMW M3 Coupé, ist bei der Jaguar-Limousine das Kofferraum-Volumen mit 470 Liter eher bescheiden. Intérieur Innen ist der Jaguar britisch gepflegt. Leder und edle Matthölzer, soweit das Auge reicht. Das Armaturenbrett zeigt sich, ebenso wie das Outfit, im typischen Jaguar-Style. Die drei Rundinstrumente könnten jedoch etwas grösser sein. Gross ist hingegen das 7-Zoll-Navigationssystem mit Touchscreen-Bedienung. Ganz 'härzig' ist die analoge Uhr, sie lässt ein richtiges Wohnzimmer-Feeling aufkommen. Neu für Jaguarverhältnisse ist die Sitzkühlung. So gibt es im Sommer kein verschwitztes Festkleben am Leder. Sonst sitzt man auf dem hochwertigen Leder ausgesprochen bequem und sportlich. Auch der Seitenhalt ist zufriedenstellend. Da die Rücklehnen der Vordersitze etwas schlanker geworden sind, haben nun auch die Passagiere im Fond genügend Beinfreiheit. Technik Unter der Haube schnurrt, wie schon beim Vorgängermodell, ein 4,2-Liter-V8 mit zwei Ladeluftkühlern und einem Kompressor. Das Ganze ergibt eine Leistung von 400 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei wuchtigen 541 Nm. Als Durchschnittsverbrauch versprechen die Jaguar-Verantwortlichen sehr ambitionierte 12,3 Liter auf 100 km. In Wirklichkeit dürfte der Verbrauch, je nach Fahrweise des Piloten, deutlich darüber liegen. Gut abgestimmt ist die serienmässige Sechsgang-Automatik vom Getriebespezialisten ZF, die die üppige Leistung des XJR weich und souverän an die Hinterachse weiterleitet. Diese Automatik ist gut auf eine gleitende Fahrweise abgestimmt. Sie passt sich zudem dem Fahrverhalten des Fahrers an. Fahrverhalten Der Jaguar XJR ist in erster Linie eine Reiselimousine, die sich vor allem auf der Autobahn daheim fühlt. Die Gewichtsersparnis von 200 kg tut der Raubkatze gut. Sie kommt vor allem dem Handling zugute. Der Hecktriebler lässt sich präzise und direkt auch bei höheren Geschwindigkeiten um enge Kurven lenken. Ebenfalls hilfreich ist die Luftfederung, die bei Jaguar passenderweise 'CATS' (Computer Active Technology Suspension) heisst. Sie schluckt Bodenwellen problemlos und erlaubt einem, bequem von A nach B zu gelangen, ohne nach der Fahrt das Gefühl zu haben, einen Chiropraktiker aufsuchen zu müssen. Enttäuschend ist die Umsetzung der Leistung. Bei den 400 PS des XJR wäre ein brutalerer Anzug zu erwarten. Klar geht der Jaguar ab, aber irgendwie doch nicht so, wie man sich das bei so vielen Pferden vorstellt. Fazit Der Jaguar XJR ist eine Sportlimousine, die sich in erster Linie auf langen Strecken zuhause fühlt. Dank der enormen Leistung und des guten Fahrwerks ist natürlich auch sportliches Fahren kein Problem. Ein Problem ist hingegen die happige Aufpreisliste, die sich im Gegensatz zum Facelifting des Autos nicht verändert hat.

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