Erlesenes Ostpreußen: Dr. Rafał Żytyniec über "Heimatmuseum" von Siegfried Lenz

Dr. Rafał Żytyniec stellt den 1978 erschienenen Roman „Heimatmuseum“ von Siegried Lenz vor. Lenz, geb. 1926 in Lyck (heute Ełk) in Masuren, war wohl der einflussreichste deutsche Erzähler der Nachkriegszeit mit einer Weltauflage von über 20 Millionen Büchern. Zu seinen wichtigsten Werken gehört der heute besprochene Roman, der für viele Leser eine Art „Ostpreußenbibel“ darstellt. Er erzählt die Geschichte der masurischen Stadt Lucknow. Der Ich-Erzähler Zygmunt Rogalla verlebt dort eine idyllische Kindheit, in der er viel Zeit mit seinem Onkel in dessen Heimatmuseum verbringt. Wir erleben, wie der aus dem Lucknow vertriebene Rogalla ein neues Museum im Norden Deutschlands einrichtet, in dem er Erinnerungsstücke aus der alten Heimat sammelt. Rogalla setzt das Museum in Brand, weil er politische Manipulationen seitens der Vertriebenenverbände fürchtet. Eine Pflichtlektüre! Dr. Rafał Żytyniec, geboren 1976 in Ełk (früher Lyck), studierte Kulturwissenschaften in Frankfurt (Oder) und Germersheim und wurde 2005 mit einer Arbeit über Ostpreußen in der deutschen und polnischen Literatur promoviert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2019 ist er Direktor des Historischen Museums in Ełk/Lyck. Forschungsschwerpunkte: Literatur- und Kulturgeschichte Ostpreußens, deutsch-polnische Kulturbeziehungen in Geschichte und Gegenwart, vergleichende Aspekte der deutschen und polnischen Erinnerungskultur, der Zweite Weltkrieg im kulturellen Gedächtnis der Polen und Deutschen.