München-Perlach, Plenum von St. Michael

Im Kontrast zur Trabantenstadt Neuperlach ist der Ortskern von Perlach in seinem alten, dörflichen Charakter gut erhalten. Er besitzt zudem eine ungewöhnlich stattliche barocke Pfarrkirche, die mit ihrem Fassadenturm mehr mit ostbayerischen bzw. österreichischen Bautraditionen zu tun hat. Architekten waren die Münchner J.M. Pröbstl und Joh. Mayr. 1728-31 wurde der Bau errichtet; nur die Ausstattung zog sich noch etwas hin. Künstlerisch bedeutender als die Chorfresken von Anton Zächenberger ist das Langhausfresko (Engelssturz des Michael) vom Münchner Hofmaler Nikolaus Stuber. Die spätbarocke Altarausstattung wurde später z.T. verändert (nazarenische Seitenaltarbilder von Franz Osterried, 1850). Zwei spätgotische Bildwerke (Werkstatt des sog. Meisters von Rabenden) stammen aus der früheren Kolomanskirche außerhalb von Perlach, die 1809 profaniert wurde. Zur Glockengeschichte: aus der Vorgängerkirche stammt eine Glocke von Paulus Kopp (1685). Diese blieb erhalten, als 1881 vier neue Glocken von Josef Straßer in München gegossen wurden. Bereits 1898 wurden jedoch drei davon umgegossen. Im 1. Weltkrieg wurden diese Glocken eingezogen. 1925 konnten neue von Bachmair in Erding geweiht werden, die dann 1942 konfisziert wurden. Im März 1951 konnte schließlich das heutige Geläut geweiht werden, das Karl Czudnochowsky goss. Es erklingt im Motiv des Salve Regina auf B° - d' - f' - g'. Herzlichen Dank an die Aushilfsmesner fürs Mitläuten der großen Michaelsglocke, die nur an den höchsten Festtagen läutet. Aufnahme zur Messe um 9h an Christi Himmelfahrt, 9.5. 2013