Max Beckmann - Leben zwischen den Welten - Der Maler im Exil (in Amsterdam und Amerika)
"Max Beckmann - Leben zwischen den Welten" - Der Maler im Exil Film von Angelika Lizius, BR 2007. Aufnahme: NDR 12.09.2015. Zur Ausstellung "Max Beckmann - Exil in Amsterdam" 2007 in der Pinakothek der Moderne, München. Im Film von Angelika Lizius folgen wir den Stationen Max Beckmanns in Frankfurt, Amsterdam und Amerika und erfahren sehr Persönliches über Leben und Werk des Künstlers von seiner Enkelin Mayen Beckmann, von Peter Lackner, dem Sohn des guten Freundes und Sammlers Stephan Lackner, vom Komponisten Wolfgang Rihm, den Beckmanns Gemälde und Texte zu verschiedenen Kompositionen anregten, und vom ausgewiesenen Kenner des Werks Uwe Schneede. Am 19.7.1937 verlässt Max Beckmann zusammen mit seiner Frau Mathilde von Berlin aus Deutschland. Sein - wie er denkt - vorläufiges Ziel: Amsterdam. Am Abend zuvor hatte er Hitlers Rede zur Eröffnung des "Hauses der Deutschen Kunst" in München gehört, die sich voller Häme und Verachtung gegen die moderne Kunst wandte, und beschlossen das Land zu verlassen. Der seit den 20er Jahren gefeierte Maler hatte seinen Lehrauftrag an der Frankfurter Städelschule verloren, seine Gemälde waren nach und nach aus den Museen entfernt worden - seine Kunst galt als "entartet". "Als Übergang ist Amsterdam nicht schlecht", schreibt Beckmann in einem Brief an einen Freund. Sein eigentliches Ziel waren die USA. Der Ausbruch des 2. Weltkriegs und die Deutsche Besatzung der Niederlande machten diese Pläne zunichte - aus dem Übergang sollten zehn Jahre werden. "Zehn Jahre Eingesperrtsein" und "die große Unterbrechung" nennt Beckmann sein Leben in Holland rückblickend. Trotz - oder vielleicht gerade wegen - der kriegsbedingten Schrecken, der Isolation und der physischen Probleme sind die Jahre zwischen 1937 bis 1947 seine produktivste Schaffenszeit. Ein Drittel seiner Gemälde entstehen in Amsterdam, darunter fünf der neun berühmten Triptychen. Die Dokumentation begleitet die große Ausstellung in der Münchener Pinakothek der Moderne, die sich auf die Werke der Exiljahre konzentriert. Gezeigt werden aber auch - als Rückblick - Werke aus den 20er Jahren, die zu seiner Berühmtheit beitrugen, und die Riviera-Landschaften, die Beckmann aus der Erinnerung an seine Frankreichreisen nachts im Amsterdamer Atelier malte. Heimliche Verkäufe seiner Gemälde durch seinen Sohn und weitere Helfer ermöglichten es Beckmann, seine täglichen Ausflüge zu unternehmen - in Bars, Restaurants, Variétés und in den Zirkus. Das Filmteam folgt seinen Spuren in Amsterdam und ermöglicht dadurch eine Ahnung der verschiedenen Inspirationsquellen des Künstlers. Für Max Beckmann bedeutete jegliche Art von Bühne ein Gleichnis für das "Theater des Lebens", in dem sich Artisten, Schauspieler, Maskierte meist wie in einem zu engen Guckkasten bewegen. Der unfreie Mensch, der Mensch als Clown und Schauspieler, die doppelte Natur in uns allen, die in Kriegszeiten nach außen drängt - das sind die Themen, die Beckmann zeitlebens, aber besonders in seiner Amsterdamer Phase, beschäftigten.

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