Johann Sebastian Bach (1685 – 1750): Fantasie und Fuge in g-Moll, BWV 542
Fantasie und Fuge in g-Moll werden zusammen als BWV 542 geführt, es gibt jedoch kein Autograph und von der Fantasie auch keine Abschrift, die zu Lebzeiten Bachs entstanden ist. Ob Bach die beiden Stücke selbst als zusammengehöriges Satzpaar dachte, ist nicht sicher, auch wenn es Vermutungen gibt, beide seien um Bachs Bewerbung in Hamburg 1720 entstanden. Zusammen haben die wohl ältere Fuge (früheste Quelle um 1714) und die davor gespielte, schwer zu datierende Fantasie (vermutlich nach der Weimarer Zeit) mehr als 10 Minuten Spielzeit und eine beeindruckende Wirkung. Die Fantasie lebt von Dissonanzen, den rhetorischen Figuren und ist dabei klar fünfteilig gegliedert, wobei die Passagen auf dem Positiv einer Gegenrede gleichkommen. Das Thema der Fuge (von der es auch Abschriften in f-Moll gibt) geht möglicherweise auf das holländische Lied „Ik ben gegroet van“ zurück, das Bach vielleicht kannte, oder das ihm in Hamburg zur Improvisation vorgelegt wurde. Zwei Sequenzen sind in diesem Thema enthalten und zwei Kontrasubjekte werden diesem entgegengesetzt. Peter Williams schreibt in seinem Kompendium abschließend zu BWV 542: „Setzt man sich mit diesem Satzpaar hörend oder spielend auseinander, fällt es schwer, an die unterschiedliche Entstehungszeit und die ungelösten Probleme des Verwendungszwecks und der einzelnen Sätze bzw. beider zusammen zu denken. Sie scheinen sich vollständig zu ergänzen: das komplexe, leidenschaftliche Gewicht des einen, gepaart mit dem schlichten Überschwang des anderen.“ (Band 1, S. 161) Die Aufnahme entstand in der Klosterkirche Banz. Die Orgel geht auf Johann Phillip Seuffert (ca. Mitte des 18. Jahrhunderts) zurück und wurde von Gerald Woehl 1987 restauriert. Auf zwei Manuale und Pedal kommen 35 Register; Stimmtonhöhe ist a’ = 415 Hz. (jb).

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J. S. Bach: Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542

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