Leutascher Dreitorspitze (2682m) - Nie wieder! Die gefährlichste Rinne meines Lebens [Silent Hiking]

ACHTUNG: Unbedingt die folgende Beschreibung lesen, um die Gefährlichkeit der Tour und den Videotitel besser zu verstehen. Die Leutascher Dreitorspitze ist bekannt dafür sehr steinschlaggefährdet zu sein. Nach viel Vorbereitung startete ich die Tour am 18.7.25 Nachdem man über den Söllerpass steil nach oben geht, kommt man auf eine Plattform an. Hier biegt man links ab und versucht weglos nicht an Höhenmeter zu verlieren. Das Ziel ist immer Richtung sichtbarer Leutascher Dreitorspitze zu gehen. An der Rinne angekommen fängt der gefährlichste Teil an, worauf ich hier bei der Beschreibung eingehen will. Zunächst geht es eine steile Rinne hinauf und dann weiter über steilen Weg. Nach einer Weile legt sich die Steilheit aber etwas zurück. Es liegt aber sehr sehr viel Schotter und Steine rum, die von oben runtergefallen sind. An dieser Stelle folgt man den für sich "leichtesten" Weg. Nach einer Weile sieht man aber auf der rechten Seite, dass es steil und eher glatt mit Schotter nach oben geht. Da es von der Ferne zu anspruchsvoll aussah hielt ich mich hier links. Und hier fing dann die richtige Gefahr an. Im Video handelt es sich hierbei um die Minute 09:40 (hier habe ich das Folgende nicht mehr aufgenommen) Zunächst hielt ich mich links und ging über Schutt weiter. Nach einer Weile gab es immer weniger feste Steine woran man sich festhalten konnte. Einen großen Stein sah ich, den ich weiter auf dem Weg nach oben benützen wollte. Nachdem ich drauftrat kam ich zwar hoch, doch der Riesenstein verabschiedete sich nach unten. Plötzlich konnte ich nicht mehr weiter nach oben, aber auch nicht mehr nach unten, da es sehr steil und sehr rutschig war. Ich steckte fest. Links hätte man hochklettern können, doch wäre es danach immer schwerer geworden. So versuchte ich 10 Minuten lang weiterzukommen, doch vergebens. Ich schaffte es ein paar Schritte weiter nach oben zu kommen. Doch kein Stein, kein Boden hielt mehr. Alles verabschiedete sich. Ein wenig Panik schlich sich langsam ein. Von der Ferne sah ich, dass der rechte Weg der Richtige gewesen wäre. So versuchte ich irgendwie dort rüber zu kommen. Doch war der Weg dorthin wie auf einem steilen Sandhaufen. Jeder Tritt führte zum rutschen und nichts war fest. Ich entschied mich mehr Risiko einzugehen, um schnellstmöglich nach rechts zu kommen. So nahm ich halbwegs feste Steine, die sich nach der ersten Belastung lösten, mich aber ein Schritt weiter brachten. Vor ganzer Körperspannung, die man aufbringen musste verkrampfte langsam mein Körper. Vor allem Schultern und Oberschenkel. Ich ging langsam immer genauso weiter. Und jeder Stein verabschiedete sich. Doch es kam, wie es kommen musste. Es gab ca. 1-2 Meter wo nichts mehr hielt. Da ich in einer sehr schlechten Position war und auf lange Sicht keine Kraft mehr hätte und runtergefallen wäre, habe ich hohes Risiko gemacht. Ich bin rüber und rutschte leicht dabei immer runter. Doch da ich sehr schnell rüber ging, kam ich rüber. Dabei verkrampfte meine Schulter endgültig, doch ich war auf dem Weg rechts, wo es im Vergleich deutlich entspannter aussah. Da ich unter der Woche unterwegs war, war kein einziger an diesem Berg, was gut war. Beim Versuch von links nach rechts löste ich gefühlt 100 Steine aus, die alle nach unten fielen. Dies wäre für nachkommende Bergsteiger sehr gefährlich gewesen. Hierbei hätte ein Helm wahrscheinlich auch nicht mehr geholfen. Ich habe euch hier alles mit meinen Fehlern und Risikoschritten erzählt, sodass ihr wisst, worauf ihr euch hier einlässt. Meine Empfehlung wäre diesen Berg auszulassen und lieber die Partenkirchner Dreitorspitze zu machen. Denn die Leutascher Dreitorspitze hatte nichts mit Genuss zu tun. Zurück ging ich dann die linke Seite in Aufstiegsrichtung. In vielen Berichten wird der Abstieg noch schlimmer als der Abstieg beschrieben. Doch für mich war es im Vergleich zum gefährlichen Aufstieg machbarer. Zusammenfassung: Was mich angeht, werde ich den Berg nicht mehr machen. Beim nächsten Mal dann wahrscheinlich die Partenkirchner Dreitorspitze. Mit dieser Erklärung habt ihr nun den Hintergrund des Videotitels und hoffentlich auch einen Eindruck, wie gefährlich es dort an dem Berg ist. Für den einen oder anderen Profi wird die Rinne wahrscheinlich einfach sein. Doch für den "normalen" Bergsteiger ist es eine große Herausforderung. Ps.: Wie schon gesagt. Die ganze Beschreibung hier würde zu Minute 9:40 passen. Doch hatte ich da keine Zeit und Nerven die Situation aufzunehmen. Und dazu hatte ich auch nicht daran gedacht.

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