Sears, Quelle, Neckermann. Heroin im Katalog, dann war alles weg!

Im Herbst 2009 lag er zum letzten Mal im Briefkasten. Der Quelle-Katalog. Acht Millionen Exemplare, zwanzig Millionen Euro Druckkosten. Aber die Geschichte dieses Untergangs beginnt nicht in Fürth. Sie beginnt auf einem Bahnhof in Minnesota, 1886. Sears war 1969 ein Prozent der gesamten US-Wirtschaft. 350.000 Mitarbeiter. 3.500 Filialen. Im Katalog konnte man ein komplettes Haus bestellen, 25 Tonnen schwer, geliefert in zwei versiegelten Güterwaggons. Man konnte Grabsteine per Post kaufen, Tommy Guns ohne Ausweis und bis 1914 Heroin-Sets für 1,50 Dollar. Der Sears-Präsident Julius Rosenwald, Sohn deutsch-jüdischer Einwanderer, baute mit seinen Gewinnen 5.000 Schulen für schwarze Kinder im Süden. Dann kam ein Hedgefonds-Manager namens Eddie Lampert, zerlegte alles per Videokonferenz aus Florida, und 90.000 Rentner verloren ihre Pensionen. Die gleiche Geschichte spielte sich in Deutschland ab, nur schneller. Quelle, Neckermann, Arcandor — alle starben am selben Gift. Nur einer überlebte: Werner Otto, der Flüchtling aus Brandenburg mit dem handgeklebten 14-Seiten-Katalog. 📌 Kapitel: 0:00 Der letzte Quelle-Katalog 4:27 Heroin, Grabsteine und Häuser per Post 8:14 Julius Rosenwald und 5.000 Schulen 15:36 Der Absturz: Von Walmart bis Eddie Lampert 20:30 Arcandor, Quelle und der Einzige, der überlebte Quellen: Fortune: "Sears' Seven Decades of Self-Destruction" Smithsonian Magazine: "The Sears Catalog Sold Some Surprising Products" NPR: "How The Sears Catalog Was Revolutionary In The Jim Crow Era" (2018) Bloomberg Businessweek: Mina Kimes, "At Sears, Eddie Lampert's Warring Divisions" (2013) FürthWiki: Quelle-Unternehmensgeschichte Deutsche Biographie: Gustav Schickedanz Jüdische Allgemeine: Karl Amson Joel / Neckermann #DamalsInAmerika #SearsGeschichte #QuelleKatalog 🔔 Abonniert den Kanal für mehr Geschichten aus dem alten Amerika und Deutschland:    / @dasgoldeneamerika