Kamille und Mohn (unveröffentlichte Aufnahme) - Hans-Eckart Wenzel

eine der schönsten Versionen von Kamille und Mohn von Hans-Eckardt Wenzel, sehr seltene Aufnahme aus der BRF Liedernacht 2009 Soweit mir bekannt ist, wurde diese Version auch nie als Kalenderblatt veröffentlicht. Text: Plötzlich in der späten Stille, roch die Erde nach Kamille, und die Wiesen blinkten nass. Wo wir einst durch Dunkel zogen, und der Abend weit im Bogen, und am Wald das Licht auffraß. Und ich ging für mich alleine, und es stapften meine Beine, übern Kiesweg und ich schwieg. Weil ich dich in Kummer brachte, letzter Mohn am Weg blüht sachte, und die Stare stehn im Ried. Alles leer und nichts betörte, nur dem Augenblick gehörte, ich, sonst keinem, dir nicht mir. Müssen uns wie Mohn verschenken, nicht an Übermorgen denken, dachte ich nur jetzt, nur hier. Mohn und Kamille, laut sein und Stille, klar sein, sich heilen, in Räuschen forteilen. Noch oder schon, Kamille oder Mohn, Kamille oder Mohn. Zwischen Mohn, zwischen Kamille, leben in der kühlen Stille, und im heißen Rausch der Sucht. Manchmal überdrüßig, manchmal gerne, ganz in deiner Nähe und ganz Ferne, heimgekommen oder auf der Flucht. Dennoch trägt dich mein Vertrauen, dennoch kannst du auf mich bauen, in die Wiesen steigt die Nacht. Brauche deine sanfte Stille, die mich heilt wie duftende Kamille, und die Welt erträglich macht. Im Verrat und in der Treue, immer wieder ganz aufs Neue, suchend durch die Zeit geeilt. Das der Kummer Heilung finde, ob Kamille weich und linde, oder Mohn mit seiner Sehnsucht heilt. Mohn und Kamille, laut sein und Stille, klar sein, sich heilen, in Räuschen forteilen. Noch oder schon, Kamille oder Mohn, Kamille oder Mohn. Plötzlich in der späten Stille, roch die Erde nach Kamille, und die Wiesen blinkten nass. Wo wir einst durch Dunkel zogen, und der Abend weit im Bogen, und am Wald das Licht auffraß. Mohn und Kamille, laut sein und Stille, klar sein, sich heilen, in Räuschen forteilen. Noch oder schon, Kamille oder Mohn, Kamille oder Mohn.