Schwanzlurch mit drei Buchstaben

Geleebananen, Rätselfragen, Humanität Nach einem hitzigen Einstieg lassen wir erst einmal Kellerkühle einziehen. Christian kämpft mit Magazin-Produktionswoche, Sauna-Auto und einer bauchwehgeplagten Penny Lane, Cathy mit Buchmesse-Vorfreude, Wels-Witzen, vollen To-do-Listen und der Frage, warum Zeitschriftenregale inzwischen offenbar ganze WhatsApp-Ratgeber und Airfryer-Heftchen ausspucken. Weil man Glück bekanntlich erzwingen kann, wird ein Rätselheft gekauft. 500 Euro in bar stehen im Raum – und damit beginnt eine Folge lang das große, leicht würdelose Herantasten an Kreuzworträtselbegriffe wie Olm (?), Ambra, Dip, Egel und Bodycheck. Bildungsauftrag? Vielleicht. Rätselkompetenz? Ausbaufähig. Kulinarisch wird’s dafür deutlich erfolgreicher: Die von Edelfan Melanie ins Spiel gebrachten Geleebananen werden endlich getestet. Gleich zwei vegane Varianten treten an, werden professionell beschnuppert, verkostet, mit Wasser neutralisiert und am Ende erstaunlich positiv aufgenommen. Christian muss feststellen: Vielleicht ist er doch ein Geleebananen-Typ. Das Leben schreibt die wildesten Twists. Zwischendrin wird es persönlicher und sehr himmeblabla: Cathy erzählt vom alten Kennenlern-Post mit Nikolaus-Fotoshooting, Christian berichtet von Penny Lanes Läufigkeitsverwirrung und seinem anstehenden Geburtstags-Event, inklusive Erinnerungen an frühere Feiern mit fast abgeschnittenem Daumen, Krankenhauspause und Kopfplatzwunde. Diesmal soll alles verletzungsfrei bleiben. Wir dokumentieren das mal vorsichtig. Außerdem geht es um Sonnencreme, Lichtschutzfaktor, Badepfannen, Lieblingsdips, Bravo-Nostalgie, Jasmin Wagner alias Blümchen, Bravo Hits 133 und die Frage, ob der Ausdruck „Dip & Fit“ nicht eigentlich ein KI-generiertes Ernährungsheft verdient hätte. Dann neigt sich die Folge einmal deutlich Richtung Gegenwartsschmerz: Christian spricht über die Abstimmung im Europaparlament zur weiteren Verschärfung des Asylrechts, über Rückführungszentren, das Zusammenspiel von Konservativen mit Rechten und Rechtsextremen – und darüber, warum man sich solche politischen Momente merken sollte. Cathy ergänzt einen Nachrichtenbeitrag auf Sat.1, der sich sachlich mit sinkenden Flüchtlingszahlen, Fluchtrouten und Abschiebezentren beschäftigt hat und trotzdem klar durchblicken ließ, wie menschlich dieses Thema eigentlich betrachtet werden müsste. Die Subba Sach Cathy bringt als Subba Sach den Instagram-Account von Viktor Haisch mit. Statt sich nur in Problemen festzubeißen, zeigt er technische Erfindungen, Nachhaltigkeitsprojekte, spannende Forschung, gute Nachrichten und auch mal eine herzerweichende Gänsegeschichte vom Friedhof. Genau die Art von Account, die man braucht, wenn Social Media gerade wieder so tut, als bestünde die Welt nur aus Hooks, Shadowbans und Bohnenjockeln. Christian bleibt ebenfalls beim Guten – aber mit langem Atem. Seine Subba Sach ist die Nachricht, dass der Hambacher Forst dauerhaft geschützt wird. Aus „Hambi bleibt“ wird damit mehr als ein Protest-Slogan: ein Beweis, dass Engagement, Beharrlichkeit und ziviler Widerstand tatsächlich etwas verändern können. Selbst wenn es Jahre dauert. Selbst wenn zwischendurch alles verschwindet aus den Schlagzeilen. Hambi bleibt. Und Cathy sagt es oft genug, dass theoretisch wieder Schnaps fällig wäre… Danach wird’s magisch-eklig: Cookie hat Jelly Beans aus Großbritannien mitgebracht, und wir probieren uns durch Geschmacksrichtungen, bei denen man sich ernsthaft fragen muss, warum Menschen so etwas freiwillig herstellen. Zwischen Popcorn, Seife, Erde und noch fragwürdigeren Aromen entsteht eine kleine Geschmacksprüfung des Grauens. Dazu passen historische Beleidigungen wie Bohnenjockel, Ofenpudel, Brunzprophet und Buttermilchgesicht ganz hervorragend. Schmankerl der Folge Im Schmankerl der Folge wird Cathy literarisch-musikalisch. Sie greift Goethes „Heidenröslein“ auf, also dieses Gedicht, das viele aus Schule oder Musikunterricht kennen – und das aus heutiger Sicht ziemlich deutlich nach Machtgefälle, Grenzüberschreitung und sexualisierter Gewalt riecht. Dazu bringt sie Henriette Schreiner mit, Musicaldarstellerin und Singer-Songwriterin, die mit „Röslein Rot“ eine Antwort auf Goethe geschrieben hat. Das Röslein bekommt darin endlich eine eigene Stimme, fährt die Dornen aus und lässt den Knaben nicht ungeschoren davonkommen. Ein starkes Schmankerl über Sprache, Tradition, Interpretation und die Frage, welche Geschichten wir weitertragen – und wie. Christian bringt danach Papierliebe aus der Region mit: Paul Schmitz aus Bad Aibling, Schlagzeuger von Monobo Son, Mitinitiator des Demokratiefestivals „Wir sind lauter“ und früher Chefredakteur der deutschen Ausgabe des Classic Rock Magazins, bringt das international bekannte Kindermagazin „DOT“ in den deutschsprachigen Raum. Ein hochwertiges, werbefreies Magazin für Kinder, das nicht blinkt, plärrt oder algorithmisch an einem zerrt, sondern auf Papier stattfindet. Fast aus der Zeit gefallen – und ger...