Therapeutische Selbstfürsorge und Zukunftsbilder Impulse aus dem SaluThera®Projekt

Salutogen mitgestalten in vorwiegend pathogenen Überstrukturen Therapeutische Selbstfürsorge und Zukunftsbilder – Impulse aus dem SaluThera®-Projekt Einleitung Wie können wir salutogen mitgestalten in vorwiegend pathogenen Überstrukturen? Diese Leitfrage stand im Mittelpunkt des Salutogenese Symposiums. Sie berührt eine Erfahrung, die viele Menschen in heilenden, helfenden und beratenden Berufen teilen: Wir arbeiten mit dem Ziel, Gesundheit zu fördern, und erleben gleichzeitig Strukturen, die häufig selbst belastend wirken. Unser gemeinsamer Symposiumsbeitrag entstand aus dem Projekt SaluThera® – Gesünder arbeiten. Mehr bewirken. SaluThera® richtet sich an Menschen in heilenden, helfenden und beratenden Berufen. Im Mittelpunkt steht ein achtteiliger On-Demand-Kurs, der salutogenes Denken und Handeln sowohl in der Begleitung von Klientinnen und Klienten als auch im beruflichen Alltag stärkt. SaluThera® versteht sich als Beitrag zu einer Medizin und Gesundheitsversorgung, die Behandlung und Gesundheitsförderung miteinander verbindet. Unser Anliegen ist es, die vorhandenen Kompetenzen in heilenden, helfenden und beratenden Berufen um eine konsequent salutogene Perspektive zu erweitern – nicht als Gegenmodell zur bestehenden Versorgung, sondern als deren Weiterentwicklung. Im Symposium haben wir dazu zwei sich ergänzende Perspektiven vorgestellt: therapeutische Selbstfürsorge als Grundlage professioneller Wirksamkeit und die Kraft von Zukunftsbildern als Orientierung für salutogene Mitgestaltung. ________________________________________ Wenn Gesundheit fördern selbst belastend wird Viele Menschen in therapeutischen, medizinischen und beratenden Berufen erleben täglich ein Spannungsfeld: Sie möchten Gesundheit fördern und arbeiten gleichzeitig in Systemen, die häufig durch Zeitdruck, hohe Arbeitsdichte, ökonomischen Druck und einen starken Problem- und Defizitfokus geprägt sind. Gesundheit wird dabei oft implizit als Abwesenheit von Krankheit verstanden. Ressourcen, Entwicklungsmöglichkeiten und gelingende Prozesse treten leicht in den Hintergrund. Aus dieser Systemlogik entstehen Muster, die viele aus ihrem Berufsalltag kennen: • ein dominierender Defizit- und Problemfokus, • eine hohe Identifikation mit der Helferrolle, • Selbstüberforderung als vermeintlich professionelle Haltung, • sowie eine schleichende Verantwortungsverschiebung auf einzelne Fachkräfte. Diese Dynamiken sind keine individuellen Fehler. Sie entstehen aus den Rahmenbedingungen, in denen wir arbeiten, und prägen unser Wahrnehmen, Entscheiden und Handeln. Die salutogene Frage lautet deshalb nicht nur: Wie behandeln wir Probleme? Sondern ebenso: Was hält uns – und die Menschen, mit denen wir arbeiten – unter diesen Bedingungen gesund? ________________________________________ Therapeutische Selbstfürsorge als professionelle Wirksamkeit Eine mögliche Antwort beginnt bei uns selbst. Therapeutische Selbstfürsorge verstehen wir nicht als persönliche Zusatzaufgabe oder als Ausgleich nach der Arbeit. Sie ist eine professionelle Kernkompetenz. Sie umfasst die Fähigkeit, • den eigenen Arbeitsalltag als verstehbar, handhabbar und sinnhaft zu erleben, • innere Zustände bewusst zu regulieren, • persönliche und soziale Ressourcen wahrzunehmen und zu nutzen, • sowie immer wieder in eine stimmige innere Haltung zurückzufinden. Selbstfürsorge dient dabei nicht nur dem eigenen Wohlbefinden. Unser innerer Zustand wirkt unmittelbar auf die Qualität unserer Beziehungen. Unsere Präsenz beeinflusst Prozesse. Unsere Haltung gestaltet Begegnung. In diesem Sinne wird Selbstfürsorge selbst zu einer salutogenen Intervention. ________________________________________ Die weiterführende Frage Therapeutische Selbstfürsorge ist jedoch nicht das Ziel. Sie schafft die Voraussetzung dafür, auch in belastenden Systemen handlungsfähig zu bleiben. Die eigentliche Frage lautet: Wofür nutzen wir diese Handlungsfähigkeit? Oder anders gefragt: Welche Zukunft möchten wir mit unserem beruflichen Handeln mitgestalten? Diese Frage führte in den zweiten Teil unseres Symposiumsbeitrags. ________________________________________ Zukunftsbilder als salutogene Ressource Statt einer weiteren Analyse der Probleme luden wir die Teilnehmenden zu einer kurzen Imagination ein. Weil Zukunftsbilder eine besondere Kraft besitzen. Sie erweitern unseren Wahrnehmungsraum. Sie stärken Sinn, Hoffnung und Selbstwirksamkeit. _______________________________________ Mitgestaltung beginnt mit einer inneren Ausrichtung Die Imagination beschrieb keine ideale Welt. Sie lud dazu ein, eine Haltung zu erleben. Eine Haltung, die trägt. Beziehungen, in denen Ressourcen sichtbar werden. Menschen, die ihre eigene Wirksamkeit wieder entdecken. Arbeitsfelder, in denen Gesundheit nicht nur behandelt, sondern gemeinsam gefördert wird. ________________________________________ SaluThera®-Team: www.salutogen-therapieren.de [email protected]

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