Schamanen in der Mongolei
Der globale Klimawandel und überdurchschnittlich ansteigende Temperaturen stellen die Mongolei und seine nomadische Bevölkerung vor große Herausforderungen. Nomaden werden zu Klimaflüchtlingen im eigenen Land. Gleichzeitig hat die Anzahl der Schamanen in den letzten Jahrzehnten spektakulär zugenommen. Sie fordern einen verantwortungsbewussteren Umgang mit natürlichen Ressourcen. Das mongolische Nomadenvolk lebt seit jeher in weitgehendem Einklang mit der Natur. Seine Mitglieder ziehen mit ihren Herden durchs Land, immer auf der Suche nach Wasser und Weiden für die Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen. Doch das traditionelle Leben der Nomaden ist in Gefahr: Der globale Klimawandel und überdurchschnittlich ansteigende Temperaturen sorgen für verheerende Dürren und machen die Nomadenvölker zu Klimaflüchtlingen. Experteneinschätzungen zufolge sind die Temperaturen in dem Land in den vergangenen 70 Jahren um durchschnittlich 2,2 Grad angestiegen – so viel wie in keinem anderen Land der Erde. Gleichzeitig hat die Anzahl der Schamanen in den letzten Jahrzehnten spektakulär zugenommen. Die traditionellen Vermittler zwischen Mensch und Natur fordern einen verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Die Mongolen sind mit einer Umweltkatastrophe konfrontiert, bei der sich eisige Winter und trockene, sehr heiße Sommer abwechseln. Das „Dzud“ genannte Klimaphänomen betrifft ausschließlich die Mongolei. Hinzu kommen starke Umweltbelastungen aufgrund des Abbaus von Kohle, Kupfer und Gold. Aufgrund dieser Entwicklungen mussten zwischen 60 und 70 Prozent der mongolischen Nomaden ihren traditionellen Lebensstil hinter sich lassen und sich an Stadträndern ansiedeln. So wachsen die Außenbezirke der Hauptstadt Ulan-Bator seit Jahren unkontrolliert in die Landschaft und bilden dabei infrastrukturell unterversorgte Armensiedlungen mit einer entwurzelten Bevölkerung. Die Dokumentation beleuchtet die sich wandelnde Lebensweise der Nomaden und begleitet eine Reihe von Schamanen, die dem tiefgreifenden Wandel des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur kritisch gegenüberstehen.

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