Wenn nichts mehr bleibt - Endstation Privatinsolvenz

Privatinsolvenz: Desaster und Chance zugleich. 140.000 Menschen werden 2010 in die Insolvenz gehen, um nach sechs Jahren die Chance auf einen schuldenfreien Neuanfang zu haben. „Die große Reportage“ begleitete in einer Langzeitbeobachtung eine Familie am finanziellen Abgrund. Gisela Poetschel (49) hat über 60.000 Euro Schulden angehäuft. Eine Summe, deren Tilgung die Hartz 4-Empfängerin nicht mehr gewachsen ist. Den letzten Schritt zum Richter wagte sie jedoch lange Zeit nicht. Wir begleiten Gisela Poetschel und ihre Familie auf dem Weg bis zum vorläufigen Ende: dem Gang in die Insolvenz, der gleichzeitig ein neuer Anfang ist. Die Gerichtsvollzieher Alexander Glatzel und Thomas Boxhorn aus Hannover erleben Fälle wie diesen täglich. Ihre schwere Aufgabe: Familien, die ohnehin kaum etwas zum Leben haben, auch noch das wenige verbliebene Hab und Gut zu pfänden. Der Gerichtsvollzieher steht in regelmäßigen Abstand auch bei Familie Poetschl vor der Tür, denn die Schulden sind weiter gestiegen - die Zahl der Gläubiger auch. Inzwischen haben die schlaflosen Nächte die alleinerziehende Mutter zweier Söhne mürbe gemacht. Herzprobleme und Rückenschmerzen sind der Preis für jahrelange Verdrängung. Jetzt führt kein Weg mehr an der offiziellen Pleite vorbei. „Meine Kinder sollen für meine Fehler nicht büßen müssen,“ sagt Gisela Poetschel, „Wenn mir etwas zustößt, bleiben sie auf den Schulden hängen. Ich möchte noch vor Weihnachten einen Schlussstrich ziehen!“ Ob ihr das gelingt und sie mit neuer Kraft ins neue Jahr starten kann? „Die große Reportage“ über den schweren Weg zur „Endstation Privatinsolvenz“.