Neuwied schlägt zum Auftakt Herford nach Penaltyschießen
Auftakt nach Maß für den EHC Neuwied in der Oberliga-Aufstiegsrunde: Die Deichstädter feierten im heimischen Ice House einen 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen gegen den Herforder EV. "Wir wollten gegen eine kompakte Oberliga-Mannschaft bestehen und nicht die Hucke voll kriegen - das ist uns gelungen", sagte EHC-Trainer Bernd Arnold. "Wir haben uns bis zum Ende Chancen erarbeitet und können sehr zufrieden sein." Gleich mehrfach hatte in einem ausgeglichenen Match die Führung gewechselt, am Ende sorgte ein verwandelter Penalty von EHC-Stürmer Marc Blumenhofen für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber. Neuwied erwischte den deutlich besseren Start in die Partie und setzte die von der Papierform zweitstärkste Mannschaft der Oberliga-Aufstiegsrunde gleich unter Druck. Bereits nach 24 Sekunden hätte Neuzugang Philipp Büermann den EHC in Führung schießen können, die Scheibe jedoch ging knapp am Tor vorbei. Besser machte es Stefan Kaltenborn, der im Zusammenspiel mit Slawomir Kiedewicz sehenswert die Abwehr der Ice Dragons düpierte und zum 1:0 einschoss (3.). Weitere Chancen der Bären durch Christian Czaika (9.) und Kiedewicz (10.) blieben jedoch ungenutzt, was wiederum Herford zurück ins Spiel brachte. Der Oberligist kam nach elf Minuten zu den ersten nennenswerten Offensivaktionen und in Minute 13 zum Ausgleichstreffer: Gästestürmer Sven Johannhardt schob den Puck am starken EHC-Keeper Tim Kühlem vorbei zum Ausgleich in die Maschen (13.). War die Begegnung zu diesem Zeitpunkt weitgehend ausgeglichen, so sahen die 614 Zuschauer im Neuwieder Ice House im zweiten Drittel ein klares Chancenplus der Gäste. Herford profitierte in dieser Phase von der Tatsache, dass Neuwied sieben kleine Strafen kassierte und gleich zwei Mal in doppelter Unterzahl agieren musste. Nicht jede Strafe war unberechtigt, aber einige hinterließen zumindest ratlose Neuwieder Gesichter. Das starke Unterzahlspiel der Bären und EHC-Keeper Tim Kühlem raubten den Ice Dragons jedoch fast die Nerven - lediglich ein Überzahltor durch Jeffrey Keller (27.) war die magere Ausbeute der Gäste. "Das hat natürlich Kraft gekostet", sagte EHC-Trainer Arnold. "Ich bin stolz auf die Jungs, wie sie diese Phase überstanden haben. Einige Spieler haben sechs, sieben Minuten in Unterzahl gespielt und mir gesagt ,Hey Coach, ich kann nicht mehr', aber sie haben trotzdem weitergekämpft und zusammengehalten." So war auch im letzten Drittel noch alles möglich für den EHC - und die Bären nutzten diese Ausgangssituation: Zunächst sorgte Neuzugang Philipp Büermann auf Vorarbeit von Ernst Reschetnikow für den 2:2-Ausgleich (46.), dann traf der wiedergenesene EHC-Kapitän Stephan Petry nach toller Einzelleistung zur erneuten Führung (54.). Dass es nicht für einen Sieg nach 60 Minuten reichte, lag am späten Ausgleichstreffer durch Darren McKague (57.). Zudem konnte Neuwied in den beiden Schlussminuten Großchancen von Kai Kühlem und Stefan Kaltenborn (58.) in Überzahl nicht nutzen - bei Herford hatte Micah Anderson nach einem Check gegen den Kopf von Stephan Petry eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassiert. Für die Entscheidung zugunsten der Neuwieder sorgte Marc Blumenhofen, der den sechsten Penalty verwandelte - zuvor hatten lediglich Stephan Petry (Neuwied) und Sven Johannhardt (Herford) getroffen. Als Bärenkeeper Tim Kühlem nach Blumenhofens Treffer den Penalty von Jeffrey Keller parierte, war der Auftaktsieg in der Oberliga-Aufstiegsrunde perfekt. "Beide Teams haben über 60 Minuten gekämpft", sagte Arnold. "Das war ein tolles Spiel für die Zuschauer. Schön, dass auch die Kleinigkeiten gestimmt haben, wie zum Beispiel das Tor von Stephan Petry nach seiner Verletzungspause oder der Treffer von Philipp Büermann in seinem ersten Spiel für uns." Gästetrainer Bruce Keller musste eingestehen, dass "das Spiel schneller war, als ich erwartet hatte. Wenn wir unsere Chancen genutzt hätten, dann hätten wir das Spiel gewinnen müssen. Glückwunsch an Neuwied, die Bären haben sich den Sieg hart erkämpft. Wir müssen dagegen wohl noch ein bisschen mehr kämpfen, um erfolgreich zu sein in dieser Oberliga-Aufstiegsrunde."

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